AfD Bundesvorsitzende Frauke Petry

AfD laut Umfrage erstmals drittstärkste Kraft

Die rechtskonservative Alternative für Deutschland konnte im jüngsten INSA-Meinungstrend für die „Bild“-Zeitung um 0,5 Punkte auf 10,5 Prozent zulegen.

Mit ihrem Anti-Asyl-Kurs schafft es die Partei in der Umfrage  laut „Bild“-Zeitung (Dienstag) erstmals auf Platz 3. Erst letze Woche hatte es Parteivorsitzende Frauke Petry mit ihrer AfD durch Stimmungsmache gegen Flüchtlinge in den zweistelligen Bereich geschafft.

Linkspartei (-1) und Grüne (unverändert) kommen in der Erhebung aus dem Zeitraum vom 13. bis 16. November jeweils auf 10 Prozent. CDU/CSU verbessern sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 35 Prozent. Der Koalitionspartner SPD verliert einen halben Punkt und kommt auf 23,5 Prozent.

INSA-Chef Hermann Binkert sagte „Bild“, bei außerordentlichen Krisen und Schocks wie den Anschlägen von Paris würden die Wähler immer „zur führenden Regierungspartei“ tendieren.

Und noch eine Konsumhölle

Ein Gastbeitrag von Johannes Novy

Städtebaulich ist Berlin auf dem besten Weg, sich der Lächerlichkeit preiszugegeben. Die Eröffnung der „Mall of Berlin“ markiert einen neuen Höhepunkt dieser Entwicklung.

Im Inneren der Mall of Berlin: 270 Geschäfte, aber nichts anderes als bei der Konkurrenz auch

Im Inneren der Mall of Berlin: 270 Geschäfte, aber wenig anderes als bei der Konkurrenz auch  |  © Reuters

Bei der Einweihung des Alexa am Berliner Alexanderplatz vor sieben Jahren gab es mehrere Verletzte. Tausende Schnäppchenjäger konnten damals nur durch ein Großaufgebot von Polizei und Sicherheitspersonal davon abgehalten werden, dem riesigen Shoppingkomplex bereits vor Eröffnung die Türen einzurennen. Architekturkritiker, die sich lediglich ein Bild des neuen innerstädtischen Ensembles machen wollten, hatten es an diesem Eröffnungstag durchaus nicht leicht. Nun eröffnete am vergangenen Wochenende The Mall of Berlin, eine Einkaufspassage der Superlative und der lang erwartete Lückenschluss am Leipziger Platz. Ohne Massenpanik. Und im direkten Vergleich zum – am treffendsten wohl als rosafarbener „Kotzbrocken“ bezeichneten – Alexa, wirkt der jüngste Neuzugang auf dem umkämpften Berliner Einzelhandelsmarkt geradezu zurückhaltend.

Abgesehen davon ist der Eindruck, den The Mall of Berlin hinterlässt, so enttäuschend wie erwartet. Nur schlimmer. Sollten Theaterschaffende jemals auf die Idee kommen, Dantes Göttliche Komödie im Berlin der Gegenwart spielen zu lassen – ich würde ihnen noch immer das Alexa als möglichen Höllenschauplatz ans Herz legen. Aber als Vorhölle käme The Mall sicherlich in die engere Wahl.

Schmerzhafte Architektur

Dantes Höllentor ziert die Inschrift: „Ihr, die ihr eingeht, lasst hier jedes Hoffen.“ Vom Potsdamer Platz kommend, lässt schon der äußere Anblick des mehr als eine Milliarde Euro teuren Mammutkomplexes alle Hoffnung weichen, der neuen Mall vielleicht etwas Positives abgewinnen zu können. Weitgehend belanglose, durch penetrante Werbung zusätzlich verunstaltete Gebäudefassaden sollen Maßstäblichkeit und Kleinteiligkeit vermitteln, wo keine ist. Fenster wurden durch Ladeneinbauten im Inneren ihrer Funktion beraubt, nichts will hier zusammenpassen. Dem Alexa ließe sich mit etwas Wohlwollen zugutehalten, besonders nachts einen Hauch Pop zu versprühen, in all seiner Scheußlichkeit wenigstens eine Haltung zu vertreten: „Fuck Architecture.“ Das Alexa bedeutet für die Stadtentwicklung in etwa das, was Dieter Bohlen für die Musik ist. Die Mall of Berlin dagegen ist, wie Nikolaus Bernau in der Berliner Zeitung treffend beobachtet, ein „architektonisches Nicht-Ereignis“. Sie beschränkt sich auf eine Architektur, die niemandem wehtun will und gerade deshalb Schmerzen hervorruft.

Johannes Novy
ist studierter Stadtplaner und arbeitet derzeit als Professor für Planungstheorie an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Er hat an der Columbia University New York promoviert und befasst sich in Forschung und Lehre u.a. mit internationaler Urbanistik, Stadtentwicklungspolitik, Städtetourismus sowie sozialen Bewegungen und urbanen Kontroversen.

Insofern fügt sich das neue zweitgrößte Einkaufszentrum der Stadt nahtlos in das umgebende, vom ehemaligen Berliner Senatsbaudirektor Hans Stimmann verordnete „urbane Stakkato“, das Berlin zwar verdichtet, aber mitnichten „urbaner“, im Sinne von lebendiger, gemacht hat. Die staatstragende Tristesse des zentralen Viertels zwischen Friedrichstraße und Tiergarten mit seinen historisierenden Steinfassaden und Architekturen von der Konfektionsstange hat die Stadt nicht nur um die Chance gebracht, nach dem Mauerfall wirklich etwas Neues zu wagen. Wenn der Hype um Berlin einmal nachlässt, wird die Banalität dieser Gegend für die Stadt zum Problem werden. Schon jetzt runzeln viele Besucher die Stirn und fragen: Das also soll eine zukunftsgewandte Stadt sein? LP12 Mall of Berlin Eröffnungstag | Quelle: Youtube


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Quelle: Google Maps

Steffen Simon und seine Südländer

wie soziale Medien das Fernsehen verändern

 

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„Die Iraner, das sind Südländer, da ist nicht alles perfekt organisiert“. Mit diesem Satz hat sich Steffen Simon während der WM- Begegnung Iran gegen Nigeria selbst ins metaphorische Aus geschossen.

Der Fußballkommentator wollte mit dieser Aussage wohl nur ein wenig Humor in die ansonsten langweilige Partie bringen. Doch der Witz entwickelte sich für den, bei Fußballfans ohnehin nicht sehr beliebten, ARD- Sprecher schnell zu einem Eigentor.

Via Twitter hagelte es Kritik: „Ignoranz hat einen Namen“, unglaublich dämlich“ „Salonrassismus“ oder „Klischeescheiße“ waren nur einige der negativen Reaktionen. Auch WDR-Moderatorin Sanas Saleh- Ebrahimi, die gebürtig aus dem Iran stammt, kritisierte ihren Kollegen: „Iraner sind Südländer und nicht immer gut organisiert. Interessante Ansicht. Bin etwas sprachlos“.

Später in dem Spiel reagierte Steffen Simon auf die Kritik aus dem Netz und sagte: „Ich habe etwas politisch unkorrektes gesagt. Nämlich, dass Iraner Südländer sind und deshalb manchmal etwas schlecht organisiert. Damit wollte ich keinem Südländer auf die Füße treten, sondern habe lediglich Iraner zitiert, die mir bei der Vorbereitung auf das Spiel geholfen haben“. Auch die ARD äußerte sich zu Simons Aussage während des Spiels auf Twitter: „Zur Kritik an Steffen Simon: Wir haben sie direkt an ihn weitergegeben. Es tut uns Leid, wenn die Aussage für Verärgerung gesorgt hat“.

Einmischen lohnt sich, oder?

Die aufgeheizte Stimmung während eines Fußballspiels und die Tatsache, dass aufgrund der Anonymität Kommentare im Internet oft etwas derber ausfallen, mögen die negative Aussage der Zuschauer etwas entkräften. Allerdings zeigt dieser Vorfall, wie sich Nutzerbeteiligung im Netz direkt auf das Geschehen im Fernsehen auswirken kann.

Immer häufiger werden soziale Netzwerke in Fernsehsendungen eingebunden. Doch was bringt das für den Nutzer? Ist diese neue Zusatzfunktion nur weiterer digitaler Stress, der uns an die Smartphones fesselt oder macht dieses Modell das Fernsehen unter Umständen sogar besser, da es den Sender und Empfänger in einen Dialog bringt, der ihnen einen Austausch über die Inhalte der Sendung ermöglicht?

Seitdem fast jeder ein Smartphone oder Tablet besitzt, wird zunehmend während des Fernsehens gleichzeitig im Internet gesurft. Second Screen nennt man dieses Phänomen. Viele der Nutzer halten sich in dieser Zeit in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter auf. Das Second Screen- Phänomen lässt Social TV Anwendungen wie Pilze aus dem Boden schießen. Social TV ist die technologische Entwicklung, die es Nutzern ermöglicht, sich über TV- spezifische Inhalte auszutauschen und miteinander zu interagieren.

Der Fernseher ist nach wie vor das Medium, um das sich die Menschen versammeln, wie einst ums Lagerfeuer. Gerade massenkompatible Formate mit hoher emotionaler Ansprache eignen sich gut für sozialen Austausch. Castingshows, TV- Events oder große Sportereignisse sind einige Beispiele dafür. Die Zuschauer teilen während des gemeinsamen Fernsehens in diesen Momenten ihre Gefühle, was das Fernseherlebnis aufregender macht. Durch den Austausch über soziale Netzwerke kann auch der Zuschauer, der die Sendung alleine schaut, dieses Gemeinschaftsgefühl erleben. Er liest die Meinung anderer Menschen oder kann seine eigene kundgeben. Oft bieten die Fernsehsender auch selbst eine Plattform an, auf denen Hintergrundinformationen veröffentlicht werden oder mit den Zuschauern kommuniziert wird. Anlässlich der Fußball- WM in Brasilien hat die ARD auf der Seite ihrer Mediathek eine Rubrik „Social TV“ eröffnet. Auf dieser Seite wird links das Fußballspiel im Stream gezeigt, während auf der rechten Seite Tweets zu der Sendung zu sehen sind. Die Inhalte werden von der ARD redigiert. Gleichzeitig fungiert der Sender als Moderator der Diskussion um das Spiel. Bei der Partie Spanien gegen Chile beispielsweise, kam unter den twitternden Zuschauern die Frage auf, ob es schon öfter passiert sei, dass ein amtierender Weltmeister bereits in der Vorrunde ausgeschieden ist. Die ARD reagierte darauf und beantwortete die Frage für alle mit einem Tweet.

Aktivität im Fernsehsessel dank Social- TV

Fernsehen war immer ein Lean- Back- Medium. Das bedeutet, dass der Zuschauer sich zurücklehnen und berieseln lassen kann. Social- TV löst das einseitige Sender- Empfänger- Prinzip auf, da die Zuschauer selber eine aktive Rolle im medialen Geschehen übernehmen. Indem Fernsehen und Internet zusammenwachsen, wird es zu einem Lean- Forward- Medium. Das Fernsehen wird interaktiv.

Nicht nur der Zuschauer, der durch die virtuelle Gesellschaft mehr Spaß an einer Sendung hat, profitiert von dem Modell. Auch die Fernsehmacher werden dadurch bereichert. Sie haben ein direktes Feedback der Rezipienten. Bei einer Live- Sendung können sie also sogar in der laufenden Sendung Verbesserungsvorschläge umsetzen oder Informationen einfließen lassen, die für die Zuschauer relevant sind. Der Sender kann das Feedback auch an den Fußballkommentator weitergeben. Der kann dann allen die gefragten Informationen liefern oder wie im Fall von Steffen Simon auf ein Kommentar noch einmal eingehen. Die Fernsehmacher müssen sich in Zukunft darauf einstellen, dass eine Nachfrage für solche Angebote im Internet besteht. Sender müssen eine Social- Media- Redaktion einrichten und Sendungen flexibler gestalten, damit Vorschläge auch umgesetzt werden können.

Natürlich schmälert der Nutzen von Smartphone, Tablet und Co die Konzentration auf das Fernsehgeschehen. Viele finden es auch störend, ständig online zu sein. Für die Qualität des Fernsehens ist die Zusammenschmelzung von Sozialen Medien und Fernsehen meiner Meinung nach allerdings eine gute Entwicklung. Es muss ja auch nicht jeder mitmachen. Profitieren tun allerdings alle Zuschauer davon.

Markus Beckedahl im Interview: Die Zukunft des Online-Journalismus

Das Internet und der technische Fortschritt haben die journalistische Arbeit in den letzten zehn Jahren stark verändert. Verlage suchen nach neuen Möglichkeiten qualitativ hochwertigen Journalismus zu finanzieren und Regierungen, Unternehmen und Bürger diskutieren über das Thema Netzneutralität. Die Studenten des Studienganges Journalismus und Unternehmenskommunikation im 6. Semester der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Berlin hatten die Gelegenheit, Markus Beckedahl, Gründer von netzpolitik.org, einige Fragen bezüglich seiner langjährigen Erfahrung als Journalist und Blogger zu stellen. Dabei erzählt Markus Beckedahl von seiner zwölfjährigen Arbeit bei netzpolitik.org und seiner Motivation dahinter, täglich rund 40 000 Lesern Information rund um das Thema Politik in der digitalen Gesellschaft zu liefern. Weiterlesen

On and Offline LOVE

Wie funktioniert Liebe? Also was ist das eigentlich. Ist es “nur ein Gefühl”, etwas chemisches, eine Verbindung von Hormonen und anderen Stoffen, die in uns dieses Kribbeln, Ziehen, Brennen oder die berühmten Schmetterlinge im Bauch auslösen, oder ist sie einfach nur göttlich und unerklärbar? Nach einem Bericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, zum Jahr der Chemie 2003, ist ein kleines Molekül namens Stickstoffmonoxid (NO) dafür zu großen Teilen mitverantwortlich. Dieses Molekül regelt in unserem Körper so gut wie Alles. Es hilft uns Erlerntes zu behalten, es stabilisiert Muskeln, es leitet “Gedanken” weiter, hilft uns zu verdauen, kämpft an vorderster Front wenn wir krank sind und es hilft dem Mann in gewissen Stunden seine Männlichkeit zu beweisen. Diese Erfolgsgeschichte funktioniert dabei aber nur, weil ein kleines Elektron ständig um die Atomhülle kreist und auf der Suche nach einem Partner ist!

Kann den Liebe chemisch sein?

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MACH MICH AN!

Einmal joiz-Luft schnuppern, davon träumen wahrscheinlich viele junge Erwachsene jenseits der 20 in Deutschland. Seit dem Sendestart vor gut einem Jahr hat das junge Social-TV die Herzen einer ganzen Generation im Sturm erobert. Und joiz ist nicht etwa das neue Pendant zu VIVA oder MTV. Nein, joiz kann viel mehr! Die frische Vielfalt durfte ich bei einem Kurzbesuch im Berliner Hauptquartier des Senders am eigenen Leib miterleben. Einmal joiz und zurück bitte!

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Füttern verboten

Nicht erst seit Putin und Franz-Josef Wagner ist das Wort “Troll” entmystifiziert. Das muntere opportunistisch-provokante Kommentieren ist Gang und Gebe auf Nachrichtenforen jeglicher Couleur. Soweit, dass sich im vergangenen Dezember sogar das Bundesverfassungsgericht damit befasste. Wie reagieren Online-Redaktionen auf einen solchen Trend? Wo fängt Zensur an? Und überhaupt: Helfen oder hindern Leserkommentare eigentlich? Ein Beitrag über ziemlich un-mythische Probleme des Online Journalismus.
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