Journalismus 2.0 – Soziale Netzwerke als Recherche-Tool

Berichterstattung ohne soziale Netzwerke – Undenkbar! Für den „modernen“ Journalismus sind Facebook, Twitter und Co. wichtige Bestandteile der Nachrichten-Recherche. Ein Wandel der Zeit oder ist professioneller Journalismus einfach nicht mehr gefragt?

von Katharina Gaul 

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Facebook, Twitter, Google+, Xing – man könnte ewig so weiter machen. Denn es gibt schon lange nichtmehr nur DIE eine Plattform, die es Menschen ermöglicht, miteinander zu kommunizieren. Und wo sich viele Menschen „treffen“, gibt es auch viel zu berichten. Das Zeitalter der modernen Berichterstattung. Im Februar 2004 schlich sich ganz unscheinbar der jetzige Marktführer Facebook in die Bildschirme der Menschheit. 1.Im Juli 2006 zog Twitter hinterher.2Tweeds oder Hashtags sind mittlerweile mehr Menschen ein Begriff als Mark Zuckerberg oder Jack Dorcey. Die Welt hat sich verändert und das rasanter als je zuvor. Laut Statistiken nutzen derzeit 1,96 Milliarden Menschen weltweit Soziale Netzwerke. Im Jahr 2018 sollen es sogar 2,44 Milliarden sein.3

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Statistik zur Nutzung Sozialer Netzwerke (weltweit)

1,96 Milliarden Menschen, die täglich Posten, Teilen oder Tweeden was das Zeug hält. Und nicht nur das: Mit der Zeit wurde auch die Medienwelt auf die privaten Posts/Tweeds aufmerksam. Man erkannte ein beachtliches Potential an informativen Beiträgen. Und was tun, wenn man Ereignisse aus der ganzen Welt auf einer Plattform finden kann? Genau, einfach selbst darüber berichten. Heutzutage sind die Sozialen Netzwerke ein wichtiger Bestandteil der Nachrichten Recherche geworden. Ob Bilder oder Erlebnisse, Leser möchten Storys mit Emotionen und Nähe. Gestellte, professionelle Fotos sind schon lange nichtmehr so gefragt, wie das verpixelte Video vom Smartphone.

Der „moderne“ Journalist zieht 58% seiner Recherchen aus dem Netz. Davon nutzen 29% intensiv Soziale Netzwerke als Recherche-Tool, Tendenz steigend 4 Hört sich nach wenig an, man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich hierbei um eine äußerst gewagte Art der Recherche handelt. Schließlich weiß man nie, wie viel Wahrheit in den einzelnen Beiträgen steckt. Doch es wird sich nicht vermeiden lassen, dass immer mehr – besonders Nachwuchsjournalisten die Sozialen Netzwerke nutzen, um Themen zu finden. Das ist auch alles andere als schlimm. Es besteht aber dennoch die Gefahr, dass auf professionellen und objektiven Journalismus verzichtet wird – das muss nicht heute und nicht morgen passieren, eventuell sogar nie. Im Fokus eines guten Journalisten sollte dennoch eine seriöse Quelle und nicht eine schnelle Schlagzeile stehen.

  1. Vgl.: http://www.focus.de/digital/internet/facebook/tid-24930/die-geschichte-des-sozialen-netzwerks-facebooks-eroberung-der-welt-facebook-geschichte-als-chronik_aid_709860.html, Zugriff 26.7.15.  
  2. Quellehttps://de.wikipedia.org/wiki/TwitterLikes  
  3. Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/219903/umfrage/prognose-zur-anzahl-der-weltweiten-nutzer-sozialer-netzwerke/  
  4. Quelle: http://www.new-communication.de/neues/detail/artikel/soziale-netzwerke-als-recherche-tool/