Augmented Reality – diese Form der visuell erweiterten und computergenerierten Darstellung der Realität gab es bereits in den 60er Jahren, allerdings hat sich seitdem vor allem auf der mobilen Ebene einiges verändert. Mit dem Aufkommen von smarten Geräten wurde auch die Augmented Reality weiterentwickelt und schließlich 2009 für Smartphone-User und vor allem für Unternehmen interessant. Mit dem ersten mobilen AR Browser von Wikitude und den entsprechenden weiterentwickelten Geräten wie dem verbesserten iPhone 3G von Apple wurde Augmented Reality auch für Großunternehmen wie IKEA lukrativ. An Zusatzinformationen mangelt es dem Unternehmen sicherlich nicht, wohin also mit dem ganzen Ballast?1
von Denise Becker
Wer mit der Zeit und der Entwicklung gehen möchte, muss seine Kunden auch auf technischer Ebene begeistern können. Es reicht heutzutage nicht mehr, durch einen Katalog zu blättern und sich einen Möbelstück auf Papier in einem Raum vorzustellen. Es werden Geschichten erzählt, Situationen simuliert und die Sinne auf den verschiedensten Ebenen angeregt. Was früher nur direkt vor Ort in den IKEA- Möbelhäusern möglich war, ist nun ein Teil der virtuellen Realität geworden. Der Kunde wird visuell an die Hand genommen, inspiriert und unterhalten.
Wir leben in einer kurzlebigen Zeit, alles ändert sich rasant, so auch unsere Umgebung. Praktisch, wenn wir mit dem Smartphone die neue Couch dann schon einmal vorab in den Raum projizieren können, Zeit ist Geld und an beiden Stellen sparen wir bei IKEA. Die Zusatzoptionen sollen die Nutzungsdauer des IKEA – Katalogs verlängern, neue potenzielle Kunden des digitalen Zeitalters gewinnen und die Kunden motivieren vor Ort sein zu wollen und sie in die blau- gelben Häuser zu locken. Laut einer Fallstudie von Metaio verbrachten IKEA- App-Nutzer mit dem Aufkommen der neuen Features im Durchschnitt 8 Minuten in der App. Auch wenn sicher einige der traditionellen Kunden bis heute von dieser Erweiterung nichts mitbekommen haben, gab es bereits 2012 nennenswerte 5 Millionen Downloads und katapultierte die IKEA-App in diesem Jahr zu einer der meist heruntergeladenen Promotion-Apps. 2
Es werden jährlich rund 221 Millionen Auflagen des IKEA- Katalogs weltweit unter die Verbraucher gebracht. Seit August 2012 hat sich an dem traditionellen Printkatalog, allerdings einiges verändert. Der Katalog ist mit Markern versehen, welche mehr als 400 Produkte durch zusätzliche Informationen, Bildern, Statements von den Designern, virtuellen Ansichten und der Möglichkeit Produkte visuell in den Raum zu platzieren, erweitern. Schaut man sich den Online- Katalog an, wird es noch einfacherer, die zusätzlichen Angebote wahrzunehmen, denn es wird keine zusätzliche App benötigt. Es reicht, wenn die orangen + Zeichen angeklickt werden. Auch die Möglichkeiten zum Teilen und Bockmarken sind an dieser Stelle gegeben.
Diese Marker sind sowohl beim Print – als auch beim Onlineprodukt eingerundete Pluszeichen, welche dezent am rechten oberen Rand platziert sind.
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Die IKEA- App ist kostenlos für Smartphones und Tablets und kann über den App Store, oder über Google Play geladen werden.
Möglich ist die App Nutzung für den iOS- User, genauso wie für den Android – User. Mit dem Smartphone ist es nun möglich 3D Objekte in den eigenen Raum virtuell einzusetzen, in 360 Grad Ansichten den eigenen Raum neu zu entdecken und die Räumlichkeiten Step by Step zu verändern.
Ein Bruch stellt AR mit den vielen Zusatzoptionen für IKEA trotzdem dar. Es ist ein traditionelles Unternehmen, der Kunde darf nicht überfordert werden, denn zu den Zielgruppen gehören nicht nur die Digital Natives. Wer sich mit so vielen zusätzlichen Optionen belasten möchte, sollte das natürlich in Eigenbestimmung entscheiden können und darf mit den ganzen Zusatzoptionen nicht überlastet werden. Trotzdem ist Augmented Reality eine Form um technischen Fortschritt, mit traditionellem Marketing zu verbinden. Wären die Links, Bilder, Videos usw. direkt eingebunden, würde es den Nutzer überfordern und eventuell stören. In dieser Form wie es IKEA allerdings nutzt, bietet es viel mehr die Möglichkeit den Einzelnen by Choice länger an den Katalog zu binden und durch rahmende Stories für weitere Käufe zu motivieren und inspirieren. Zwischen Tradition und Masse kann man an dieser Stelle schließlich von einem guten Kompromiss sprechen.
- Videonachweis: https://www.youtube.com/watch?x-yt-ts=1421914688&x-yt-cl=84503534&v=KPwHDKUH6b0, Zugriff 25.1.2015. ▲
- https://dev.metaio.com/fileadmin/user_upload/19-_Marketing_7.18.pdf ▲
- Quelle: http-::onlinecatalogueasia.ikea.com:AU:en:IKEA_Catalogue:?icid=au|iba|15082015|8 //Screenshot vom 25.01.2015 ▲
- Quelle: http-::onlinecatalogueasia.ikea.com:AU:en:IKEA_Catalogue:?icid=au|iba|15082015|8 //Screenshot vom 25.01.2015 ▲
- Quelle: http-::onlinecatalogueasia.ikea.com:AU:en:IKEA_Catalogue:?icid=au|iba|15082015|8 //Screenshot vom 25.01.2015 ▲
- Quelle: http-::onlinecatalogueasia.ikea.com:AU:en:IKEA_Catalogue:?icid=au|iba|15082015|8 //Screenshot vom 25.02.2015 ▲
- Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=vDNzTasuYEw | IKEA OFFICIAL on Youtube ▲