Luftmatratze im Baumhaus oder lieber Himmelbett im Loft?

Reisen liegt im Trend. Immer größer ist der Drang, die verschiedensten Orte der Welt zu bereisen und sie in ihr ganzen Diversität kennenzulernen. Ein Ziel zu finden ist meist leicht, man richtet sich nach Interessen oder lässt sich einfach von seinem Gefühl leiten. Doch sobald das Ziel feststeht, folgt der schwere Teil: Wo soll ich schlafen?

von David Pimo

https://www.youtube.com/watch?v=SaOFuW011G8

1Es gibt viele Möglichkeiten in einem fremden Land oder in einer fremden Stadt zu nächtigen, wie z.B. ganz klassisch Hotels oder Hostels. Es gibt jedoch auch interessante und abenteuerliche Alternativen, wie bspw. Couchsurfing, 9flats, Wimdu und Airbnb. Hierbei handelt es sich um Internetplattformen, auf denen Übernachtungsmöglichkeiten von Privatpersonen angeboten und gebucht werden können. Doch wie gut und vor allem wie sicher sind diese Plattformen? Ich habe mir Airbnb einmal genauer angeschaut.

AIRBNB

Airbnb wurde 2008 in San Francisco Kalifornien gegründet und es waren tatsächlich ihre Gründer Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk, die denn ersten Gast bei sich Zuhause übernachten ließen. Der Name Airbnb ist die Abkürzung für Airbedandbreakfast. Wer nun denkt, dass es sich bei dem Angebot von Airbnb um eine Luftmatratze im Wohnzimmer handelt liegt falsch. Das junge Unternehmen bietet eine breite Auswahl an Unterkünften der etwas anderen Art in 190 Ländern und über 34.000 Städten2 an, die von verträumten Baumhäusern bis zu noblen Citylofts reichen.

Die Online-Plattform arbeitet mit einem simplen System. Die Nutzer erstellen ein penibel genaues Konto (was schon mal bis zu ein/zwei Stunden dauern kann…), in welchem sie entweder nur Informationen über sich selbst als „Gast“ geben oder zusätzlich noch ein Zimmer ihrer Wohnung oder sogar ihre komplette Wohnung inserieren können. Verfügt man über ein solches Konto, kann man sich nun alle Angebote des gewünschten Zielorts anschauen und ganz leicht Kontakt mit anderen Nutzern aufnehmen, um deren Angebot zu buchen. Den Preis der angebotenen Übernachtungsmöglichkeit legt jeder „Gastgeber“ selber fest. Alle Transaktionen finden hierbei über die Online-Plattform statt.

SICHERHEIT

Wie sieht es mit der Sicherheit für den „Gastgeber“ aus?  Das ist wohl die Frage, die sich jeder stellt, der seine Wohnung über Airbnb zur Verfügung stellen will. Schließlich übergibt man seine Wohnung einem Fremden, der vielleicht gerne wilde Partys veranstaltet oder sich gar als diebische Elster entpuppt. Doch daran wurde natürlich gedacht. Da wie bereits erwähnt alle Transaktionen ausschließlich über die Plattform laufen, ist die inserierte Wohnung über Airbnb mit einer Versicherungssumme von 700.000 €[2] versichert.

Es wir jedoch nicht nur an die Sicherheit des Gastgebers, sondern auch an die des Gastes gedacht. Denn was wäre wenn man für 80€ eine Nacht in einem auf dem Foto kuschlig aussehenden Zimmer mit Balkon gebucht hat und dann nur eine dreckige Kammer unter der Treppe vorfindet? In einem solchen Fall kann dem Gast der gezahlte Betrag schnell und einfach zurücküberwiesen werden, da dieser dem Gastgeber erst 24 Stunden nach der Anreise ausgezahlt wird.

COMMUNITY

Soweit so gut, doch was ist neu? Was bietet Airbnb an, was ich nicht auch bei vergleichbaren Konkurrenten bekommen kann?
Airbnb legt Wert auf ihre Community, eine Community von Individuen. Diese wird unter dem Logo „Bélo“ vereint. Bélo ist sozusagen die Flagge der Community, die jedes Mitglied offen zeigen kann, sei es auf dem Profil oder an der Wohnungstür. Das Logo kann individuell gestaltet werden und soll der gegenseitigen Erkennung der Communitymitglieder dienen. Bei Airbnb geht es nicht nur darum Schlafplätze in anderen Städten anzubieten, sondern vor allem darum einem Gast ein Zuhause zu bieten. Einem Fremden das Gefühl zu geben nicht als Tourist in einer neuen Stadt zu sein, sondern ihm Zugang zu den Events, Restaurants und Clubs zu verschaffen, die ein Tourist normalerweise nicht zu Gesicht bekommen würde.

Auch die gegenseitige Bewertung der Mitglieder in der Community spielt eine wichtige Rolle. Diese kann jedoch nur abgegeben werden, wenn tatsächlich eine Buchung über die Webseite abgewickelt wurde.

Expansion

Ebenfalls neu ist die erweiterte Nutzung der Plattform. Auf Airbnb lassen sich nämlich nicht nur Wohnungen anbieten und Buchen, es lassen sich auch Dienstleistungen inserieren wie bspw. „Eat with locals“. Je nach Angebot, kann sich der Gast mit den Ortsansässigen zum Essen verabreden und so neue Restaurants ausprobieren oder gar mit etwas Glück, eine Einladung zu einem selbstgekochtes Abendessen bei einem der Locals buchen.

Es gibt noch weitaus mehr Dienstleistungen die Angeboten werden: „Sightseeing“, „Explore and Learn“, „Outdoors“ etc. Diese Erweiterungen der Plattform folgen einer Vision, der Vision der „Shared City“[3]. Hier sollen Menschen miteinander Leben, sich gegenseitig ihre Dienste und Wohnung anbieten.

FAZIT

Mir gefällt der Gedanke eine Privatwohnung mit ganz eigenem Stil zu mieten, statt nur ein steriles Hotel zu buchen. Vielleicht nimmt man sich ja sogar ein paar tolle Inspirationen für die eigenen vier Wände mit! Wer würde denn nicht gerne erzählen, dass er auf seine Reise in einem Iglo, einem Baumhaus und einer alten Burg gewohnt hat? Vor allem aber bin ich begeistert von der Idee der „Shared City“! Ich bin gespannt wie weit es mit der Umsetzung klappen wird. Carsharing haben wir ja bereits hinbekommen, sollte also machbar sein! Ich selber habe Airbnb zwar noch nicht ausprobiert, kann es jedoch nicht erwarten dies zu tun und die verschiedenen (und hoffentlich sehr außergewöhnlichen) Angebote auszuprobieren!

[2] Quelle: http://www.jung-und-weit.de/erfahrungen-als-airbnb-gastgeber (Letzter Zugriff: 15:55)

[3] http://www.sueddeutsche.de/digital/renoviertes-internet-portal-warum-zimmer-fuer-airbnb-nur-der-anfang-sind-1.2050597 (Letzter Zugriff: 15:55)

  1. Videonachweis: https://www.youtube.com/watch?v=SaOFuW011G8, Zugriff 20.7.2014.  
  2. Vgl.: https://www.airbnb.de, Zugriff 20.7.2014.  

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