Im Dialog mit dem WWF – Wie der World Wide Fund For Nature versucht seine Spender zu halten

Wo geht mein gespendetes Geld hin? Was tut ihr für die Nashörner? Und wie erkenne ich guten Fisch im Supermarkt? Mit der Dialogplattform will der WWF mit dem Kunden in Kontakt bleiben und gleichzeitig Informationen bieten.

Von Kirsten Stamer

Der Begriff Konvergenz ist den meisten Medienschaffenden nur in der Kombination mit Massenmedien bekannt. Die Medienkonvergenz bezeichnet die Annährung verschiedener Medien zueinander.
Im Zeitalter von Social Media und dem immer wichtigeren Dialog zum Kunden, Leser oder Förderer gewinnen jedoch auch Dialogplattformen als Zwischenprodukt zwischen Social Media Plattformen wie Facebook und Twitter und der eigentlichen Unternehmensseite zunehmend an Bedeutung. Schließlich ist die Kommunikation auf Facebook häufig chaotisch und schlecht zu kontrollieren. Die Dialogplattform bewirkt also eine Konvergenz zwischen Unternehmenshomepage und der Echtzeitkommunikation auf sozialen Netzwerken.1 Der Nutzer profitiert von schneller und multimedialer Information, sowie direkten Kommunikationsmöglichkeiten mit den Ansprechpartnern der Unternehmen.
Ein Beispiel ist die Dialogplattform des WWF.

Vom Schwarzbuch zum Dialog

Die im Juni 2012 von der Hamburger Kreativagentur deepblue networks umgesetzte Plattform ist wohl auch als Antwort auf die negative Berichterstattung über den World Wide Fund For Nature zu sehen. Nach dem „Schwarzbuch WWF“ von Wilfried Huismann, mehreren negativen Artikeln, unter anderem „Kumpel der Konzerne“ aus Der Spiegel im Mai 2012 und Fernsehbeiträgen wie „Der Pakt mit dem Panda – Was uns der WWF verschweigt“ wurden auch unter den langjährigen Naturschützern Zweifel an der Unabhängigkeit des WWF und seinem Geschäftsmodell laut. Eine neue Möglichkeit, um mit den Interessierten möglichst transparent in Kontakt zu treten und die Spendenquellen nicht versiegen zu lassen, musste her.

Hier erklärt Marco Vollmar, Leiter der Öffentlichkeitsabteilung, die neue Plattform. Quelle:www.youtube.com/watch?v=snDHw_E84_c, Zugriff am 27. Februar 20132.

Die neue Dialogplattform

Auf Dialog.wwf.de können die Nutzer nun direkte Fragen zu den verschiedenen Themenschwerpunkten des WWF stellen, die von WWF-Experten für alle öffentlich beantwortet werden. Voraussetzung für das Stellen einer Frage ist die Anmeldung auf der Plattform, wobei natürlich auch ein bereits bestehender Facebook oder Twitter Account genutzt werden kann. Leider dauert die Beantwortung der Frage etwa vier Tage. Hier sollte nachgebessert werden. Auch auf der eigentlichen Website des WWF wird nicht für die Dialogplattform geworben. Lediglich ganz unten, unter der Kategorie „Service“, findet der Nutzer einen Link. Hier wäre eine Platzierung above the fold, also im sichtbaren Bereich ohne scrollen, angebracht.
Auf der Plattform werden verschiedene Projekte des WWF, sowie die zuständigen WWF-Experten vorgestellt. Durch Videos, Karten und Downloads kann sich der Nutzer ein Bild von den Projekten machen und diese – sowie eigene Spenden – natürlich auch auf seinen Social Media Plattformen teilen.

Wir dürfen gespannt sein, ob der Plan des WWF aufgeht. Noch erscheint die Dialogplattform etwas kompliziert in der Nutzung, einige Themen haben bisher noch keinerlei  Likes oder Abbonenten, beziehungsweise, wie die Seite es vorgibt, Unterstützer. Bei weltweit fünf Millionen Förderern und allein über einer Millionen Facebook Likes hatte sich die Naturschutzorganisation das wahrscheinlich anders vorgestellt.

  1. Quelle: www.page-online.de/emag/kreation/artikel/dialogplattform-fuer-den-wwf.de  
  2. Quelle:www.youtube.com/watch?v=snDHw_E84_c, Zugriff am 27. Februar 2013  

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