{"id":996,"date":"2017-11-14T20:39:42","date_gmt":"2017-11-14T18:39:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=996"},"modified":"2017-11-14T20:39:42","modified_gmt":"2017-11-14T18:39:42","slug":"zeitung-geht-weiter-hier-die-nyt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=996","title":{"rendered":"Zeitung geht weiter &#8211; hier die NYT"},"content":{"rendered":"<p>1.) &#8222;Zeitung&#8220; soll sich ja von &#8222;zidunge&#8220;, Zeitzunge, herleiten, schon um 1300 verwendet im K\u00f6lner Raum, also lange Zeit, bevor mit beweglichen Lettern hierzulande dann gedruckt wurde. Und auch daher mag es Zeitungen, so oder so, weitergeben, als &#8222;Zeitzunge&#8220;.<br \/>\nDer Ex-BBC-Generaldirektor Mark Thompson, ein Brite, f\u00fchrt seit 2012 als CEO die &#8222;New York Times&#8220; (siehe http:\/\/meedia.de\/2017\/11\/14\/was-deutsche-zeitungsverleger-vom-chef-der-new-york-times-lernen-koennen\/?utm_campaign=NEWSLETTER_MITTAG&#038;utm_source=newsletter&#038;utm_medium=email, Aufruf 14.11.2017, 18.00 Uhr). Die New York Times gilt als weltweites Leuchtturm-Medium und vielen als DIE Zeitung. Der NYT ging es Ende 2017 mitten im digitalen Wandel relativ gut. Von Januar bis September 2017 wuchs ihr Umsatz um fast sieben Prozent, die Zeitung z\u00e4hlte \u00fcber zwei Millionen zahlende Digital-Abonnenten. <\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer  Mark Thompson sagte im Interview mit Ken Doctor vom &#8222;NiemanLab&#8220; (http:\/\/www.niemanlab.org\/2017\/11\/newsonomics-the-new-york-times-mark-thompson-on-regulating-facebook-global-ambition-and-when-to-stop-the-presses-forever; Aufruf 14.11.2017, 18.10 Uhr), er rechne damit, dass Print-Anzeigen 2018 zum nur noch viertgr\u00f6\u00dften Umsatzaspekt werden, nach Print-Aboverk\u00e4ufen, Digital-Aboverk\u00e4ufen und Digital-Anzeigen. Der Anteil von Print-Anzeigen bei der Times sank (\u00e4hnlich wie z.B. bei der deutschen FAZ) von fr\u00fcher 75 bis 80 Prozent auf nunmehr 17 Prozent am Gesamtumsatz. <\/p>\n<p>Thompson bezeichnet Print als \u201egereifte Plattform\u201c. Mag hei\u00dfen: Wachstum ist hier nicht mehr zu erwarten. Trotzdem hat die Times noch \u00fcber eine Millionen Abonnenten ihrer umfangreichen Sonntagsausgabe. Die Print-Anzeigen schwinden in deutlich schnellerem Tempo, als die Auflage sinkt. Das Print-Modell der New York Times k\u00f6nne aber sogar ganz ohne Anzeigen noch Gewinn erwirtschaften, sagte Thompson. Auf lange Sicht k\u00f6nne er sich eine Zukunft f\u00fcr die NYT ganz ohne Print-Plattform durchaus vorstellen. <\/p>\n<p>Unter Thompsons F\u00fchrung hat sich die New York Times eine &#8222;Subscribers first&#8220; Strategie verordnet. Die Ums\u00e4tze, die direkt von den zahlenden Abonnenten kommen, wurden zur Lebensader der Zeitung und machten Ende 2017 (Digital und Print) 62 Prozent am Gesamtumsatz aus. Erkl\u00e4rtes Ziel blieb, dass 70 Prozent des Gesamt-Umsatzes von Abo-Erl\u00f6sen kommen. 2012 lag die Abo-Quote am Umsatz noch bei 44 Prozent.<\/p>\n<p>Was Reichweiten angeht, kann selbst die New York Times nicht den Vergleich mit neuen Digitalmedien oder Social-Media-Riesen gewinnen. Daf\u00fcr gilt ihr Marken-Image als sehr gut. Die Zeitung sei eine wesentlich sicherere Marke f\u00fcr Werbetreibende als einige der Silicon Valley-Unternehmen, sagte Thompson. Sollte hei\u00dfen: Bei der NYT konnten Firmen sicher sein, dass ihre Werbung in einem vergleichsweise seri\u00f6sen Umfeld steht \u2013 anders als bei manchen Plattformen. Dass sich die Millennials von alten Medien wie der Times abwenden w\u00fcrden, wies Thompsson zur\u00fcck. Im Gegenteil. Medienmarken wie die New York Times wurden eben nicht durch neue Marken wie die Huffington Post oder Buzzfeed ersetzt. Die NYT hatte laut Thompson rund 35 Millionen Millennials bei den Unique Visitors aus den USA. <\/p>\n<p>Bemerkenswert: Die New York Times verkaufte eigene digitale Abo-Pakete f\u00fcr ihre Kreuzwortr\u00e4tsel. Die Zeitung hatte \u00fcber 300.000 zahlende Kreuzwortr\u00e4tsel-Abonnenten. Auch Koch-Ratgeber und Produkttests waren im Angebot.<br \/>\nThompson w\u00fcnschte weitere zus\u00e4tzliche Abo-Produkte f\u00fcr die NYT, im Sinne von Diversifizierung.<\/p>\n<p>2.) Sprachkritisch im Kaleidoskop heute betrachtet: Im RBB-Inforadio wurde am 15.11.2016 um 21.12 Uhr in einem Bericht zum Obama-Besuch gesagt: &#8222;Viele Griechen bezweifeln allerdings, ob das unter Donald Trump so weitergeht.&#8220; Ich denke, hier sollte es &#8222;zweifeln&#8220; hei\u00dfen, und das Wort &#8222;ob&#8220; l\u00e4sst es in der Waage, inwiefern es weitergeht. &#8222;Bezweifeln&#8220;, sofern es nicht gleichbedeutend ist mit &#8222;zweifeln&#8220;, jedoch scheint mir schon st\u00e4rker, weshalb ich sagen w\u00fcrde: &#8222;Viele Griechen bezweifeln allerdings, dass das unter Donald Trump so weitergeht.&#8220; Ein anderes Beispiel, um den Unterschied zu verdeutlichen: &#8222;Er wei\u00df nicht, dass Du kommst&#8220; geht von dem Fakt des Kommens aus. &#8222;Er wei\u00df nicht, ob Du kommst&#8220; l\u00e4sst die Wahrscheinlichkeit des Kommens im Ungef\u00e4hren, vielleicht bei etwa 50 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) &#8222;Zeitung&#8220; soll sich ja von &#8222;zidunge&#8220;, Zeitzunge, herleiten, schon um 1300 verwendet im K\u00f6lner Raum, also lange Zeit, bevor mit beweglichen Lettern hierzulande dann gedruckt wurde. Und auch daher mag es Zeitungen, so oder so, weitergeben, als &#8222;Zeitzunge&#8220;. Der &hellip; <a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=996\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/996"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=996"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/996\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1004,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/996\/revisions\/1004"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=996"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=996"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=996"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}