{"id":89,"date":"2012-01-18T16:13:53","date_gmt":"2012-01-18T16:13:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=89"},"modified":"2012-01-18T16:13:53","modified_gmt":"2012-01-18T16:13:53","slug":"zu-unbedarft-oder-zu-vertraut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=89","title":{"rendered":"Zu unbedarft oder zu vertraut?"},"content":{"rendered":"<p>Blog vom 3.1.2012 von Sebastian K\u00f6hler, HMKW Berlin<br \/>\nZu unbedarft oder zu vertraut?<br \/>\n1.) Dass die Debatten um die Aff\u00e4ren von Bundespr\u00e4sident Christian Wulff nun auch ausdr\u00fccklich pressefreiheitliche Streitpunkte erhalten, \u00fcberrascht nicht. \u00dcberraschen mag, dass die mutma\u00dflichen Droh- und Verhinderungs- und Abwehr-Kommunikationen zwischen Wulff und den hohen sowie h\u00f6chsten Vertretern des Hauses Springer erst jetzt, Wochen sp\u00e4ter und damit nach der vermeintlichen Feiertagspause, durchzusickern beginnen. Wenn der Bundespr\u00e4sident sich mit Vokabeln wie \u201eKrieg\u201c oder \u201eendg\u00fcltiger Bruch\u201c auf der Mailbox des Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann verewigt haben sollte, dann k\u00f6nnte das als Ausdruck entweder von gro\u00dfer Unbedarftheit oder aber von gro\u00dfer Vertrautheit verstanden werden. Nat\u00fcrlich haben Journalistenvertreter wie DJV-Chef Michael Konken sowie seine Kollegen von dju und Presserat Recht, wenn sie darauf bestehen, dass sich Prominente kritische Recherchen und entsprechende Berichterstattung gefallen lassen m\u00fcssen (vgl. http:\/\/www.djv.de\/Diskussion.2995+M5e832764aac.0.html, sowie http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik\/wulff-droht-journalisten-kriegserklaerung-auf-dem-anrufbeantworter,10808018,11381202.html, Aufruf vom 3.1.2012, 18.49 Uhr). Zumal, wenn sie sich wie Christian Wulff seit langem insbesondere von den Boulevardmedien geradezu inszenieren lassen \u2013 sofern es eben passt. Also Business as usual? Man vertr\u00e4gt sich, man schl\u00e4gt sich, und man vertr\u00e4gt sich wieder? Es ist eine lose-lose-Situation: Man muss kein Fan von Wulff sein, um nicht zu wollen, dass Konzerne wie Springer Politiker praktisch im Alleingang hochschreiben oder fallenlassen. Kaum zu sagen, was f\u00fcr das Kriseln der Demokratie hierzulande schwerer wiegt \u2013 einfach nur unbedarftes Verhalten f\u00fchrender Repr\u00e4sentanten, oder &#8211; andersherum interpretiert &#8211; eine so gro\u00dfe Beeinflussung und Abh\u00e4ngigkeit zwischen den Elite-Vertretern in Wirtschaft, Medien und Politik, dass von buchst\u00e4blich vertraulicher N\u00e4he auszugehen w\u00e4re? Eine Zensur freilich findet nicht statt, von keiner Seite.<br \/>\n2.) Das deutsche Fernsehjahr 2011 sieht RTL noch klarer als bisher vorn \u2013 der Marktf\u00fchrer im TV-Gesch\u00e4ft erreichte diesmal laut der N\u00fcrnberger GfK-Fernsehforschung einen Marktanteil von 14,1 Prozent (2010: 13,6). Das Erste der ARD und das ZDF hingegen schnitten so schlecht ab wie noch nie: Die ARD bei 12,4 Prozent (2010: 13,2), das ZDF bei 12,1 (2010: 12,7) \u2013 es war ein Jahr ohne ganz gro\u00dfen Sport, daf\u00fcr aber mit viel politischer Brisanz. Fraglich, ob die relativ schwachen \u201eQuoten\u201c vor diesem Hintergrund mehr gegen die \u00d6ffentlichen-Rechtlichen sprechen oder aber gegen die TV-Nutzer. Die dritten Programme der ARD kommen zusammen auf 12,5 Prozent (2010: 13,0), also auf den virtuellen zweiten Platz. Weiter F\u00fcnfter ist Sat.1 mit konstanten 10,1 Prozent. ProSieben verlor leicht auf 6,2 % (2010: 6,3), Vox bleibt bei 5,6 Prozent. Dann folgen Kabel eins mit 4,0 % (3,9), RTL II mit 3,6 (3,8) und Super-RTL mit weiterhin 2,2 Prozent. Bei den Nachrichtenkan\u00e4len sah es so aus: Der \u00f6ffentlich-rechtliche Kanal Phoenix lag mit 1,1 Prozent Marktanteil knapp vor N24 und n-tv, beide bei 1,0 Prozent. Die Dauer der t\u00e4glichen TV-Nutzung insgesamt stieg um eine Minute \u2013 auf nunmehr 224 Minuten (vgl. BLZ vom 2.1.2011, S.26).<br \/>\n3.) Bezugsfehler passieren schneller, als man gelegentlich seinen Pressesprecher entlassen kann: Im Interview bei N24 am Vormittag am 20.12. wurde der Publizist Manfred Bissinger, bis zum Jahre 2010 t\u00e4tig f\u00fcr den Verlag Hoffmann und Campe, gefragt zur seinerzeitigen, ca. 42.000 Euro schweren Werbekampagne des Finanzunternehmers Carsten Maschmeyer zugunsten des damaligen Buches von Christian Wulff \u201eBesser die Wahrheit\u201c (vgl. http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/besser-die-wahrheit-die-rechnungen-fuer-wulffs-buch-liess-maschmeyer-aendern-11573427.html, Aufruf am 3.1.2012, 18.27 Uhr). Bissinger sagte auf N24 ziemlich w\u00f6rtlich: \u201eUnser Verlag hat damals auch ein Buch \u00fcber Gerhard Schr\u00f6der ver\u00f6ffentlicht \u2013 am dem hat ja Herr Maschmeyer auch die Rechte.\u201c Das kl\u00e4rt &#8211; als wom\u00f6glich Freudscher Versprecher \u2013 nat\u00fcrlich Manches: Carsten Maschmeyer h\u00e4tte also die Rechte an Gerhard Schr\u00f6der, und Frau Unternehmersgattin Edith Geerkens h\u00e4tte demzufolge die Rechte an \u2026 ? Einmal d\u00fcrfen Sie raten &#8211; ganz unbedarft!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blog vom 3.1.2012 von Sebastian K\u00f6hler, HMKW Berlin Zu unbedarft oder zu vertraut? 1.) 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