{"id":774,"date":"2016-11-16T18:11:28","date_gmt":"2016-11-16T17:11:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=774"},"modified":"2016-11-16T18:32:49","modified_gmt":"2016-11-16T17:32:49","slug":"fake-news-faked-elections","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=774","title":{"rendered":"Fake news &#8211; faked elections?"},"content":{"rendered":"<p>1.) Facebook hat sicher seine Aktie am Wahlsieg Donald Trumps. Aber meines Erachtens nicht auf so simple Weise, wie das manche Debatten \u00fcber die Rolle von &#8222;fake news&#8220; im Wahlkampf nahelegen (vgl. https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article159516474\/Facebook-Mitarbeiter-stellen-Mark-Zuckerberg-bloss.html, Aufruf am 16.11.2016, 16.41 Uhr). Mark Zuckerberg hatte Vorw\u00fcrfe aus dieser Richtung am Wochenende als &#8222;crazy&#8220; zur\u00fcckgewiesen, unter anderem mit dem Satz: &#8222;Voters make decisions based on their lived experience&#8220;. Das ist bemerkenswert, da Zuckerberg nat\u00fcrlich wei\u00df, dass Medien wie Facebook wichtiger Teil  von &#8222;lived experience&#8220; sind. Was wir von Politik und Gesellschaft aktuell wissen, stammt weit \u00fcberwiegend aus Medien, l\u00e4ngst tendenziell aus dem Netz, nicht zuletzt aus sogenannten &#8222;Sozialen Netzwerken&#8220; (ich sage lieber: Plattformen von Internetkonzeren) wie Facebook.<\/p>\n<p><strong><em>Scheinwelten<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u201ePapst hat Donald Trump getroffen und eine Wahlempfehlung f\u00fcr ihn ausgesprochen.\u201c Oder: \u201eFBI-Agent, der gegen Clinton ermittelt hat, wurde ermordet aufgefunden.\u201c Schlagzeilen wie diese scheinen aus Parallelwelten zu stammen. Sie stehen \u00fcber komplett erfundenen Nachrichtenmeldungen, die von Pseudo-Nachrichtenseiten mit Namen wie \u201eDenver Guardian\u201c oder \u201eLibertywritersnews\u201c im US-Wahlkampf ver\u00f6ffentlicht wurden. Facebook steht nun in der Kritik, nicht genug gegen die Verbreitung gef\u00e4lschter Nachrichten auf der Plattform unternommen &#8211; im Gegenteil: Viele solcher Seiten, die laut &#8222;Guardian&#8220; als Gelddruckmaschinen oft aus Osteuropa stammen, sind \u00fcberhaupt erst dank Facebook entstanden. Denn sie wurden bisher durch Facebooks \u201eAudience Network\u201c an den Werbe-Einnahmen beteiligt, die der Gro\u00df-Konzern mit der Schaltung von Anzeigen neben solchen Beitr\u00e4gen verdiente. Das kann man &#8222;Synergien&#8220; nennen.<\/p>\n<p>Nun aber werde man Nachrichten-Herausgeber regelm\u00e4\u00dfig pr\u00fcfen. Wenige Stunden zuvor hatte auch Google angek\u00fcndigt, solche fragw\u00fcrdigen Seiten nicht mehr l\u00e4nger \u00fcber die Vermittlung von Anzeigenplatz zu finanzieren. Die Konzerne d\u00fcrften diese Entscheidung nicht nur aus politischen Gr\u00fcnden treffen. Bereits zuvor hatten diverse Werbekunden verk\u00fcndet, k\u00fcnftig keine Werbung mehr in Medien schalten zu wollen, die extreme politische Positionen propagierten.<\/p>\n<p><strong><em>99 Luftballons<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Laut Zuckerberg sind aber 99 Prozent der Nachrichten im Netzwerk &#8222;korrekt&#8220;. Woher wei\u00df er das? Und wenn es so ist &#8211; warum geht er dann nicht gegen das &#8222;falsche eine Prozent&#8220; vor? <\/p>\n<p>Ich vermute, es ist Mark Zuckerberg (und den Chefetagen von Google, Apple, Amazon, Microsoft etc.) ziemlich egal, wer &#8222;unter ihm&#8220; US-Pr\u00e4sident ist. Den globalen Technologiekonzernen d\u00fcrfte es (leider) relativ gleichg\u00fcltig sein, was &#8222;Medien- und Meinungsvielfalt&#8220; bedeutet. Wenn von den wichtigen US-Zeitungen keine einzige die Wahlempfehlung &#8222;Trump&#8220; aussprach, lag es nahe, dass sich dessen potentielle W\u00e4hler eben vermehrt auf Internet-Plattformen wie Facebook trafen. &#8222;Blase&#8220; traf auf &#8222;Blase&#8220;. Und aus Sicht des Kapitals betrachtet, liegen zwischen Clinton und Trump keine Welten. Sie gab sich eher neoliberal und global orientiert, er zeigte sich bisher mehr national &#038; kapital ausgerichtet. Doch wenn schon kurz nach der Wahl Trumps der Dow Jones-Aktienindex in New York auf ein Allzeithoch kletterte,  verdeutlicht das: Noch pragmatischer als der Familien-Wirtschaftsboss und Neo-Politiker Trump sind einmal  mehr &#8211; die gro\u00dfen Konzerne.<\/p>\n<p><strong><em>Alle Menschen, alle Menschen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>2.) Zur Stilkritik: &#8222;Die Menschen haben gehofft, dass Clinton gewinnt&#8220;, sagt Sonja Peteranderl, freie Auslandskorrespondentin unter anderem bei &#8222;Zeit&#8220; und &#8222;Spiegel&#8220;, sogar noch in der Man\u00f6ver-Selbstkritik mancher etablierter Medienvertreter im RBB-Radio-Medienmagazin (Radio Eins und Inforadio) am 13.11.<br \/>\nNein, DIE Menschen (also alle) in dieser Absolutheit haben das offenbar nicht gehofft. Wir k\u00f6nnten ja sagen, &#8222;viele Menschen&#8220;. Das w\u00e4re zwar rein sprachlich und daher logisch kaum zu widerlegen, aber noch immer anscheinend weit weg von der Lebensrealit\u00e4t nicht weniger Menschen dort. Am besten w\u00e4re hier sicher &#8222;einige&#8220; oder &#8222;manche&#8220; oder &#8222;nicht wenige&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) Facebook hat sicher seine Aktie am Wahlsieg Donald Trumps. 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