{"id":743,"date":"2016-11-02T12:13:31","date_gmt":"2016-11-02T11:13:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=743"},"modified":"2016-11-02T12:17:52","modified_gmt":"2016-11-02T11:17:52","slug":"ich-haette-da-mal-eine-frage","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=743","title":{"rendered":"Fragen \u00fcber Fragen"},"content":{"rendered":"<p>1.) Die Entgrenzungen zwischen Journalismus, PR und direkter Parteipolitik scheinen neue Tiefpunkte zu erreichen: &#8222;Kannte Hillary Clinton vor dem TV-Duell mit ihrem parteiinternen Kontrahenten Bernie Sanders etwa die Fragen?&#8220;, fragt zum Beispiel &#8222;WeltN24&#8220; und fragt leider nicht, inwieweit strukturelle Probleme zu diesem an sich eher l\u00e4cherlichen Ph\u00e4nomen f\u00fchrten. (https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article159180804\/Kannte-Hillary-Clinton-vor-TV-Duellen-die-Fragen.html, Aufruf am 1.11.2016, 20.05 Uhr). Als ob ein Politikprofi wie Clinton darauf angewiesen w\u00e4re &#8230; Aber anscheinend sollte gar nichts schiefgehen.<\/p>\n<p><strong><em>Ich h\u00e4tte da mal eine Frage f\u00fcr Sie &#8230;.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>   Die Politikanalystin und damalige CNN-Mitarbeiterin Donna Brazile soll daher Clintons Wahlkampfteam Fragen vorab zugespielt haben. Brazile lie\u00df ihren Job bei CNN sp\u00e4ter f\u00fcr ihre Wahlkampfarbeit im Clinton-Team ruhen. Nun teilte CNN immerhin die Trennung von Brazile mit.<\/p>\n<p>Die Plattform &#8222;Wikileaks&#8220; hatte am Montag vertrauliche E-Mails von Parteistrategen ver\u00f6ffentlicht. Nach Bekanntwerden der neuen gehackten E-Mails trennte sich der Sender CNN umgehend von der prominenten Politikanalystin, die aber zugleich amtierende Parteichefin der &#8222;Demokraten&#8220; ist (auch ihre Vorg\u00e4ngerin hatte wegen Vorw\u00fcrfen der Parteilichkeit zugunsten Clintons zur\u00fccktreten m\u00fcssen.)<\/p>\n<p><strong><em>Sanders au\u00dfen vor<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In dem Fall geht es um E-Mails, welche die damalige CNN-Mitarbeiterin Brazile an Clintons Wahlkampfchef John Podesta und andere Kampagnenmanager geschrieben hat. Sie nehmen Bezug auf eine bevorstehende TV-Debatte, die von CNN ausgerichtet wurde und wobei sich Clinton und ihr damaliger parteiinterner linker Gegner Bernhard &#8222;Bernie&#8220; Sanders gegen\u00fcberstanden. Die Mails lassen den Schluss zu, dass Brazile der Kandidatin einen Vorteil gegen\u00fcber Sanders verschaffen wollte.<\/p>\n<p>Brazile ist eines der bekanntesten Gesichter aus dem Parteiapparat der US-Demokraten. Seit Juli ist sie kommissarische Parteivorsitzende &#8211; seitdem hatte Brazile ihren Vertrag mit CNN ruhen lassen und war nicht mehr als Analystin aufgetreten.<\/p>\n<p><strong><em>Und wenn es Russen waren?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die neuen Enth\u00fcllungen von Wikileaks sind Teil einer ganzen Serie, die auf interne Mails aus dem gehackten E-Mail-Konto von John Podesta beruhen. US-Geheimdienste lie\u00dfen verlautbaren, man vermute, dass russische Hacker hinter den Ver\u00f6ffentlichungen stehen. Clinton sagte nicht, dass die Vorw\u00fcrfe nicht stimmten. Sie sagte nur, sie sehe darin einen Versuch, den Wahlkampf zu ihren Lasten zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Ich bleibe dabei &#8211; es ist NICHT professionell, in derselben Sache Journalismus UND Auftragskommunikation zu betreiben. Allerdings k\u00f6nnte man auch sagen, das Beispiel belege, dass &#8222;der Fisch vom Kopfe her&#8220; stinke. Dass also nicht verwirrte Lokalreporter das Hauptproblem sind, die zum Beispiel auch noch die Autohaus-Er\u00f6ffnung moderieren, \u00fcber die sie zugleich &#8222;berichten&#8220;. Konvergenzen m\u00f6gen ein wichtiger Trend sein &#8211; aber es sollte im Sinne gesellschaftlicher Modernisierung nicht alles (wieder) &#8222;eine So\u00dfe&#8220; werden.<\/p>\n<p><strong><em>We are family?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>2.) &#8222;Die internationale Gemeinschaft hat Afghanistan f\u00fcr die kommenden vier Jahre Finanzhilfen in H\u00f6he von 15,2 Milliarden Dollar zugesagt. Das teilte EU-Entwicklungskommissar Neven Mimica am Mittwoch zum Abschluss des zweit\u00e4gigen Treffens in Br\u00fcssel mit.&#8220; (http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/afghanistan-erhaelt-weiter-15-milliarden-dollar-aufbauhilfe-a-1115358.html, Aufruf am 05.10.2016, 18:36 Uhr). Wer aber ist das, die &#8222;internationale Gemeinschaft&#8220;? Laut SPON versucht &#8222;die internationale Gemeinschaft seit 14 Jahren, die Situation in Afghanistan zu verbessern&#8220;.<br \/>\n Bei jener Br\u00fcsseler Konferenz waren &#8222;Vertreter von mehr als 70 Staaten und 20 internationalen Organisationen zusammengekommen&#8220;. Beispielsweise aus Deutschland, den USA und Gro\u00dfbritannien, nicht aber aus Russland und China. Und in der Tat scheint das meist der Fall, wenn hierzulande in wichtigen Medien von &#8222;internationaler Gemeinschaft&#8220; oder auch &#8222;Staatengemeinschaft&#8220; die Rede ist &#8211; gemeint sind wichtige westliche L\u00e4nder, oft auch die EU- oder auch Nato-Mitglieder oder sonstige &#8222;Verb\u00fcndete&#8220;. Da sich aber nicht klar bestimmen l\u00e4sst, wer warum zu diesem Klub geh\u00f6rt, denke ich, Journalisten sollten hier anders texten (&#8222;f\u00fchrende Vertreter wichtiger westlicher L\u00e4nder&#8220; zum Beispiel). Denn jener scheinbar so gemeinschaftliche Sprachgebrauch schlie\u00dft aus, ohne dass Kriterien daf\u00fcr transparent oder zumindest explizit w\u00fcrden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) 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