{"id":67,"date":"2010-11-09T15:10:33","date_gmt":"2010-11-09T15:10:33","guid":{"rendered":"http:\/\/writers.hmkw.de\/?p=67"},"modified":"2011-12-22T08:04:29","modified_gmt":"2011-12-22T08:04:29","slug":"67","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=67","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<div>\n<ol>\n<li>\u201eEs wird zurechtgebogen und zurechtgestutzt, was der Gesinnung der eigenen Vorgesetzten nicht entspricht\u201c. Das sagte der Tagesspiegel-Journalist und Wirtschaftsexperte Harald Schumann am Rande der Verleihung des Berliner Journalistenpreises \u201eDer Lange Atem\u201c auch mit Blick auf sein fr\u00fcheres Medium, den \u201eSpiegel\u201c. Die mangelnde innere Pressefreiheit der Medien in Deutschland, also im Verh\u00e4ltnis der Journalisten zu den Eigent\u00fcmern oder Vorgesetzten, sei ein gewaltiges Problem, das Aufkl\u00e4rung verhindere (<a href=\"http:\/\/jvbb-online.de\/Preisverleihung-2010.2695.0.html\" target=\"_blank\">http:\/\/jvbb-online.de\/Preisverleihung-2010.2695.0.html<\/a> vom 8.11.10, vgl. BLZ 5.11.10, S.30)<\/li>\n<li>Das Soziale Netzwerk MySpace wird nach eigenen Angaben zur Unterhaltungsplattform (Musik, Video). Experten sehen darin das Eingest\u00e4ndnis, dass der Rivale Facebook das Rennen um die Nutzerzahl gewonnen hat \u2013 dort ging man im Oktober 2010 von mehr als 500 Millionen Nutzern aus, bei MySpace von gut 110 Millionen. Studien in den USA weisen auf eine eher hellh\u00e4utige Facebook-Klientel mit h\u00f6herer formaler Bildung hin, w\u00e4hrend sich bei MySpace mehr die Unterprivilegierten aus Minderheiten (Afroamericans, Hispanics) zu treffen scheinen. MySpace geh\u00f6rt dem umstrittenen Medien-Gro\u00dfunternehmer Rupert Murdoch und will seine Angebote nun auch mit denen von Facebook, Twitter und YouTube synchronisieren (vgl. BLZ vom 28.10.2010, S.34)<\/li>\n<li>Facebook ist klarer Weltmarktf\u00fchrer bei den sozialen Netzwerken, geriet aber j\u00fcngst wieder in die Schlagzeilen wegen etwaiger Sicherheitsl\u00fccken: Offenbar k\u00f6nnen \u00fcber Facebook auch Mail-Kontakte von Menschen herausgefunden werden, die bei dem Onlinedienst gar nicht angemeldet sind \u2013 Voraussetzung scheint nur die Kenntnis und Verwendung einer bestimmten Mailadresse, woraufhin Facebook zahlreiche Mailkontakte dieser Adresse preisgebe. Darauf wies die FAS bereits am 17.10.2010 hin. Die Ministerinnen f\u00fcr Verbraucherschutz und Justiz, Ilse Aigner (CSU) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), kritisierten solche Praktiken (vgl. auch BLZ 18.10.2010, S.30). Insgesamt ist Facebook laut Medienwissenschaftlern wie Mathias Mertens ein Komplex aus bekannten Formen (Mail, Chat, Blog, Forum, Newsletter), die neu kombiniert werden und Aufmerksamkeit wecken (vgl. Freitag vom 7.10.2010, S.15). Netzwerke werden hier nicht aufgebaut, sondern aus schon bestehenden \u201erealen\u201c Netzwerken eher \u201eabgebaut\u201c &#8211; also in neuer Form \u00fcbertragen ins Netz (Schulkameraden, Nachbarn, Freunde, Kollegen aus Vergangenheit und Gegenwart). Wesentliches Moment bei Facebook ist der schon von Denis Diderots Theater-Gemeinschaften bekannte \u201eTreppenwitz\u201c, also die verz\u00f6gerte Schlagfertigkeit: Der witzige Kommentar ist die \u201eW\u00e4hrung\u201c bei Facebook, welche gegenseitige Kenntnis der Teilnehmer voraussetzt. Die fr\u00fchere Treppe Diderots im Anschluss an den Salon ist nun zeitlich verl\u00e4ngert, fast schon endlos geworden. Druckreife spielt hier kaum noch eine Rolle, es geht um Anschlussf\u00e4higkeit und Reaktionsfreude.<\/li>\n<li>Die beiden gro\u00dfen privatrechtlichen TV-Sendergruppen in Deutschland, RTL und ProSiebenSat.1, wollten ihre geplante gemeinsame Internetplattform \u201edurch Werbung finanzieren\u201c (Reuters in BLZ, 27.10.2010, S.30), sprich: mittels journalistischer oder anderweitig unterhaltsamer Angebote Publika generieren, die an die Werbe-Industrie verkauft werden sollen. Dies ist das klassische massenmediale Modell von Medienunternehmen (Printmedien, privat-rechtliche Rundfunksender), in dem Journalismus nicht prim\u00e4rer Zweck ist, sondern vor allem ein Mittel, um zahlungskr\u00e4ftige und aufmerksame Konsumenten f\u00fcr Werbebotschaften zu versammeln. Tauschwert schl\u00e4gt Gebrauchswert \u2013 was an konkreten (zum Beispiel journalistischen) inhaltlichen Angeboten erscheint, ist nicht so wichtig: Hauptsache, es wirkt und weckt die Aufmerksamkeit der werberelevanten Zielgruppe insbesondere der 14- bis 49-J\u00e4hrigen. Das Bundeskartellamt wollte nach Hinweisen der EU-Kommission genau pr\u00fcfen, ob der Wettbewerb auf den M\u00e4rkten f\u00fcr Internet-Fernsehen und Internet-Werbung beeintr\u00e4chtigt w\u00fcrde, k\u00e4me es zur Gr\u00fcndung dieser Plattform, die kostenlos verschiedenste Sendungen und Formate bis zu sieben Tage nach der TV-Ausstrahlung anbieten wollte. Die Zeitschriftenverleger wiederum monierten (vgl. BLZ 3.11.2010), dass die \u00d6ffentlich-Rechtlichen online expandierten und damit die Pressevielfalt gef\u00e4hrdeten, gerade auf Basis der neuen Haushaltsabgabe. Den Anstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio seien \u201eMarkt und Marktpreise egal\u201c (sic!). Dem lie\u00dfe sich im Sinne der Vielfalt sicher entgegenhalten, dass \u201eMarkt und Marktpreise\u201c weder &#8222;egal&#8220; noch \u201ealles\u201c sein sollten.<\/li>\n<li>Im RBB-Inforadio lautete am 6.11.10 ein Satz der Meldung zum Castor-Transport: \u201eDie Polizei rechnet mit einem friedlichen Verlauf der Proteste.\u201c Besser h\u00e4tte es in der Pressemitteilung der Polizei als Schlagzeile &#8211; pardon: hier muss es \u201e\u00dcberschrift\u201c hei\u00dfen &#8211; auch nicht lauten k\u00f6nnen. Doch wie k\u00f6nnen wir den Sachverhalt journalistisch m\u00f6glichst professionell ausdr\u00fccken? Und warum ist das wichtig?<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs wird zurechtgebogen und zurechtgestutzt, was der Gesinnung der eigenen Vorgesetzten nicht entspricht\u201c. Das sagte der Tagesspiegel-Journalist und Wirtschaftsexperte Harald Schumann am Rande der Verleihung des Berliner Journalistenpreises \u201eDer Lange Atem\u201c auch mit Blick auf sein fr\u00fcheres Medium, den \u201eSpiegel\u201c. &hellip; <a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=67\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=67"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":123,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67\/revisions\/123"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=67"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=67"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=67"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}