{"id":605,"date":"2016-06-08T22:00:36","date_gmt":"2016-06-08T21:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=605"},"modified":"2016-06-08T22:00:36","modified_gmt":"2016-06-08T21:00:36","slug":"snapchat-wird-der-aufsteiger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=605","title":{"rendered":"Snapchat wird der Aufsteiger?"},"content":{"rendered":"<p>1.) Snapchat ist eine Plattform, die immer h\u00f6her gehandelt wird. Die Instant-Messaging-Plattform Snapchat habe von allen so genannten &#8222;Social Networks&#8220; das gr\u00f6\u00dfte Potential, zu den gro\u00dfen Facebooks und Twitters aufzuschlie\u00dfen, hatte Richard Gutjahr Anfang 2016 erkl\u00e4rt (Quelle: (http:\/\/www.gutjahr.biz\/2016\/01\/2015-learnings\/?xing_share=news, Aufruf am 6.1.2016, 19.12 Uhr). Mit der Einf\u00fchrung von Profi-Inhalten (Discovery) sei es Snapchat gelungen, sein einstiges Image als Teenager- und Sexting-App abzulegen. Auch bei Ereignissen wie den Anschl\u00e4gen von Paris 2015 lie\u00df sich das Potential (kuratierter) Augenzeugen-Videos zumindest erahnen.<br \/>\nMit seiner Mischung aus Messaging- und Video-Plattform kombiniere Snapchat zwei gro\u00dfe St\u00e4rken von Smartphones. Hinzu komme die geschickte Integration der Lokalisierungsfunktion, von Filtern, In-App-Verk\u00e4ufen und nicht zuletzt Werbung. Keine Plattform zuvor habe so fr\u00fch so viele und so unterschiedliche Monetarisierungswege erschlossen. Die US-Pr\u00e4sidentschaftswahl 2016 sollte, schrieb Gutjahr, der App zum weltweiten Durchbruch als News-Plattform verhelfen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><strong><em>Marketingmaschen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Dieser Tage argumentiert Thomas Kn\u00fcwer ganz \u00e4hnlich (http:\/\/www.xing-news.com\/reader\/news\/articles\/306296?link_position=digest&#038;newsletter_id=13710&#038;xng_share_origin=email, Aufruf am 8.6.2016, 21.19 Uhr). Er pl\u00e4diert f\u00fcr f\u00fcnf Thesen: 1.) Snapchat sei kein Teenager-Dienst (mehr), weil laut Snapchat-Angaben 2016 in den USA nur 23 Prozent der Nutzer unter 18 Jahren seien, aber 63 Prozent der User zwischen 18 und 34 Jahren. 2.) Wenn die Alten k\u00e4men, w\u00fcrden die Jungen dennoch nicht gehen, denn Snapchat habe eine Architektur, die dem entgegenwirke. Bei keinem anderen Social Web-Dienst lie\u00dfen sich Aktivit\u00e4ten einzelner Nutzer voneinander derart stark abgrenzen. 3.) Snapchat sei gar nicht so schwer zu erlernen, man solle es einfach probieren. 4.) J\u00fcngere Nutzer wollten keine Werbung, das sei insofern richtig, als dass gerade diese Leute &#8222;dumme&#8220; Werbung in Form und Inhalt nerve, sie aber f\u00fcr andere Werbearten durchaus offen seien. <\/p>\n<p><strong><em>Journalisten am \u00dcberschnappen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>5.) Snapchat habe auch journalistisches Potential: Kn\u00fcwer z\u00e4hlt daf\u00fcr Beispiele aus seiner Sicht auf: \u201cBild\u201d betreibe dort ordentlichen Nachrichtenjournalismus f\u00fcr sehr Junge, die \u201cNew York Times\u201d und CNBC lieferten Blicke hinter die Kulissen, die \u201cVogue\u201d besuche Modeevents. All das sei f\u00fcr ihn ernsthafter Journalismus, wenn der nicht nur &#8222;staatstragend&#8220; sein solle (Ich denke, \u00fcberwiegend \u00f6ffentlich-relevant soll Journalismus schon sein &#8211; was gerade nicht &#8222;staatstragend&#8220; hei\u00dft. Schade, dass Kn\u00fcwer anscheinend &#8222;staatstragend&#8220; und &#8222;\u00f6ffentlich-relevant&#8220; gleichsetzt. Der Fall &#8222;Sanders&#8220; in den USA zeigt gerade auch, dass dies keineswegs dasselbe ist).<\/p>\n<p>Kn\u00fcwer jedenfalls res\u00fcmiert: &#8222;Wenn man einfach mal offener an die Sache herangeht, kommt man vielleicht auch zu anderen Ergebnissen. So wie Bill Adair, 50-j\u00e4hriger Professor f\u00fcr Journalismuspraxis an der Top-Uni Duke. Er schreibt: \u201cMy week with Snapchat Discover showed that as the company\u2019s executives expand and overhaul the news platform, they can broaden their audience by offering a wide range of content, including more substantial news. They should resist the urge to dumb-down their content. If they do, the results may be surprising!\u201d <\/p>\n<p><strong><em>Prognosen bleiben schwierig &#8230;.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>2.) Sprachkritisch ebenso wie para-psychologisch interessant: &#8222;Bundespr\u00e4sident Joachim Gauck wird im n\u00e4chsten Jahr aus dem Amt scheiden.&#8220; Das meldete nicht nur die Wirtschaftswoche (http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/bundespraesident-joachim-gauck-so-reagieren-deutsche-politiker-auf-gaucks-entscheidung\/13694030.html, Aufruf 8.6.2016, 21.09 Uhr). Gut, dass es Medienprofis gibt, die nicht nur nicht schwarzsehen (oder auch schwarz sehen), sondern die geradezu hellsehen k\u00f6nnen. Oder doch nicht so helle sind? Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen. Sagen wir besser: &#8222;Bundespr\u00e4sident Gauck: Werde n\u00e4chstes Jahr aus dem Amt scheiden&#8220; (wenn er es denn so gesagt hat). Oder etwas weniger fest im Ton: &#8222;Gauck: M\u00f6chte n\u00e4chstes Jahr aus dem Amt scheiden&#8220;. Ob das dann eintritt &#8211; das d\u00fcrfte, wie es so sch\u00f6n hei\u00dft, &#8222;die Zukunft zeigen&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) Snapchat ist eine Plattform, die immer h\u00f6her gehandelt wird. 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