{"id":57,"date":"2010-12-14T15:07:03","date_gmt":"2010-12-14T15:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/writers.hmkw.de\/?p=57"},"modified":"2011-12-22T08:04:29","modified_gmt":"2011-12-22T08:04:29","slug":"57","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=57","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<div>\n<ol>\n<li>\u201eEmbedded Journalism\u201c (also: in einen Krieg auf der Seite einer kriegf\u00fchrenden Partei eingebetteten Journalismus) konnten wir ja schon kennen, vor allem durch Zusammenarbeiten von US-Milit\u00e4r und US-Medien aus dem Irak-Krieg seit 2003. Jetzt scheint auch der deutsche Politik- und Medienbetrieb etwas Neues beitragen zu wollen &#8211; \u201eEmbedded Talk\u201c, denn was Johannes B. Kerner dort (oder auch anderenorts) macht, hat ja mit Journalismus ganz furchtbar viel zu tun. Stichwort Stichwortgeber. In dem Falle nicht (mehr) bezahlt aus Rundfunk-Geb\u00fchren, sondern anscheinend f\u00fcr Sat.1 direkt aus Steuergeldern, n\u00e4mlich anscheinend aus dem PR-Etat des Verteidigungsministeriums. Zu sehen dann am Donnerstagabend bei den Privatfunkern von Sat1 \u2013 ich bin gespannt auf die sicher wie immer kritischen, ja investigativen Fragen von Herrn Kerner.<\/li>\n<li>Allerdings &#8211; was in dieser Woche vom Hindukusch zu sehen und zu h\u00f6ren sein sollte, aus dem Tross des deutschen \u201ePrinzenpaares\u201c (Holger Schmale in Berliner Zeitung 14.12., Seite 3) Karl-Theodor und Stephanie zu Guttenberg, veranlasste selbst den konservativen Medienberater Michael Spreng (Ex-Chef der BamS) zu der Einsch\u00e4tzung: \u201eMan kann das Gute auch zu laut tun\u201c. Hier mal absehen davon, dass sich &#8211; wie schon seit Jahren &#8211; deutlich mehr als die H\u00e4lfte der Deutschen laut Umfragen weiterhin gegen den Einsatz deutscher Soldaten im Afghanistan-Krieg \u00e4u\u00dfert (und auch daher dieses \u201eGute\u201c nicht unproblematisch ist): Guttenberg gilt Spreng nach dieser neuen Kampagne als \u201e\u00dcberverk\u00e4ufer\u201c. (<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/spezials\/einsatz-in-afghanistan\/-kulisse-fuer-die-guttenberg-show-\/-\/1477334\/4920080\/-\/index.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/spezials\/einsatz-in-afghanistan\/-kulisse-fuer-die-guttenberg-show-\/-\/1477334\/4920080\/-\/index.html<\/a>). Und da h\u00e4tten sich mit den Herren zu Guttenberg und Kerner ja zwei Profis dieser Art fern der Heimat gefunden \u2013 eine sch\u00f6ne Weihnachtsgeschichte.<\/li>\n<li>Forschers Zeigefinger: Wissenschaftler der Harvard-Uni haben ermittelt, dass starke Nutzung multimedialer Netzangebote wie bei Facebook oder YouTube die Konzentration verschlechtert. Jugendliche gew\u00f6hnten sich schnell an wechselnde Impulse \u2013 deshalb falle es ihnen schwer, ihre Aufmerksamkeit auf eine Sache wie das Lesen eines Buches zu richten. Gefunden im Bereich von Henrik Bortels in der MAZ;-)(<a href=\"http:\/\/www.maerkischeallgemeine.de\/cms\/beitrag\/11951274\/7249995\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.maerkischeallgemeine.de\/cms\/beitrag\/11951274\/7249995\/<\/a>; 29.11.2010, 13.21 Uhr)<\/li>\n<li>Der Deutsche Presserat als Verantwortlicher f\u00fcr den Pressekodex hat 2010 deutlich mehr R\u00fcgen ausgesprochen als im Vorjahr: 36 \u00f6ffentliche und sieben nicht-\u00f6ffentliche R\u00fcgen. Auch die Zahl der Beschwerden ist laut Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Lutz Tillmanns deutlich gestiegen, von rund 1300 auf etwa 1700. Ein Grund sei die verst\u00e4rkte Nutzung des Netzverkehrs, auch \u00fcber soziale Netzwerke. Die meisten Beschwerden richteten sich gegen Boulevard-Medien. H\u00e4ufig werde das Trennungsgebot von redaktionellem Inhalt und Werbung verletzt (Ziffer 7 des Pressekodex). (<a href=\"http:\/\/www.presserat.info\/inhalt\/dokumentation\/pressemitteilungen\/pm\/article\/leser-kann-werbung-nicht-erkennen\/11.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.presserat.info\/inhalt\/dokumentation\/pressemitteilungen\/pm\/article\/leser-kann-werbung-nicht-erkennen\/11.html<\/a>, 14.12.2010, 13.32 Uhr)<\/li>\n<li>Die dpa-Meldung (BLZ, 10.12.2010., S.10) tr\u00e4gt die \u00dcberschrift: \u201eLohnplus in Deutschland unter EU-Durchschnitt\u201c. Was erwarten wir angesichts dieser Schlagzeile? Sicher nicht, dass es dann im Text hei\u00dft: \u201eDeutschland (ist) mit Abstand Schlusslicht in der Europ\u00e4ischen Union, teilte das Statistische Bundesamt mit\u201c. Egal, wer diese besch\u00f6nigende \u00dcberschrift erfunden hat, ob die Statistiker, die Agentur oder die Zeitung \u2013 sie bleibt so verzerrend, dass sie falsch wirkt. Und h\u00e4tte redigiert werden sollen. Die offiziellen Fakten der Statistik: Im EU-Durchschnitt stiegen die L\u00f6hne zwischen 2000 und 2010 um 37,4 Prozent, in Deutschland hingegen nur um 22,4 Prozent.<\/li>\n<li>In einem spannenden Beitrag \u00fcber den Zustand der Leipziger Uni-Journalistik schreibt \u201eSpiegel Online\/Unispiegel\u201c unter der \u00dcberschrift \u201eImmer mitten in die Presse\u201c (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,733108,00.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,733108,00.html<\/a>, mit Dank an Michael Reksulak f\u00fcr den Hinweis):\n<p>\u201eAus der Ferne wirkt es wundersam, wie man in der Kommunikationswissenschaft untereinander kommuniziert &#8211; oder besser: \u00fcbereinander. (Der kritisierte Prof., SeK) Machill h\u00e4tte sich z\u00fcgig direkt an den Studenten wenden k\u00f6nnen; der h\u00e4tte sich z\u00fcgig direkt f\u00fcr die Urheberrechtsverletzung entschuldigen k\u00f6nnen. Darauf haben beide verzichtet.\u201c<\/p>\n<p>Nicht verzichten m\u00f6chte ich hier bei aller inhaltlichen Brisanz dieser Story auf 100 Gramm Sprachkritik: Wer kann etwas entschuldigen \u2013 der Schuldige oder der Gesch\u00e4digte? Wof\u00fcr steht die abk\u00fcrzende deutsche m\u00fcndliche Wendung \u201eEntschuldigung!\u201c? Und damit bitte ich alle Nutzerinnen und Nutzer dieses Blogs, meine etwaige Beckmesserei zu entschuldigen! Frohes Fest!<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEmbedded Journalism\u201c (also: in einen Krieg auf der Seite einer kriegf\u00fchrenden Partei eingebetteten Journalismus) konnten wir ja schon kennen, vor allem durch Zusammenarbeiten von US-Milit\u00e4r und US-Medien aus dem Irak-Krieg seit 2003. 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