{"id":51,"date":"2011-01-19T15:04:33","date_gmt":"2011-01-19T15:04:33","guid":{"rendered":"http:\/\/writers.hmkw.de\/?p=51"},"modified":"2011-12-22T08:04:13","modified_gmt":"2011-12-22T08:04:13","slug":"51","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=51","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<div>\n<ol>\n<li>Warum nutzen Menschen in Deutschland welche Medien? Auch auf diese Frage versucht alle f\u00fcnf Jahre die ARD\/ZDF-Langzeitstudie \u201eMassenkommunikation\u201c zu antworten (Quelle: MediaPerspektiven, Heft 11\/2010, S.537ff.): Die von den \u00fcber 4500 Befragten telefonisch angegebenen Motive haben sich dabei trotz der medialen Umbr\u00fcche der vergangenen 50 Jahre f\u00fcr die &#8211; \u00f6ffentlich-rechtlich interessierten &#8211; Autoren der Studie als \u201eerstaunlich stabil\u201c erwiesen. Fernsehen liegt, wie gesagt, weiter vorne in allen Altersgruppen, und die Menschen suchen dort &#8211; laut Studie und in dieser Reihenfolge \u2013 Information (allerdings sinkend auf 84%), Spa\u00df (81%) und Entspannung (77%). Beim Radio als dem insgesamt zweitmeist genutzten Medium dominieren mit jedoch sinkender Tendenz gegen\u00fcber 2005 die Motive Spa\u00df (86%), Information (80%) und Entspannung (76%). Das stark wachsende Medium Internet wird wegen Information (91%), Spa\u00df (80%) und Alltagsservice (80%) genutzt, wobei die ersten beiden Motive am deutlichsten zulegten. Das Internet liegt aber im Medienvergleich bei noch keinem abgefragten Nutzungsmotiv ganz vorn. Allerdings hat es auch beim Motiv \u201eUnterhaltsamkeit\u201c aufholen k\u00f6nnen zu den Spitzenreitern TV und Radio und hat beim Entertainment die Rote Laterne an die Tageszeitung abgegeben. Die wiederum wird erkl\u00e4rterma\u00dfen noch immer gesch\u00e4tzt wegen der Faktoren Information (hier weiter doppelter Mediensieger: mit 97% bei den Lesern und mit 32 % bei allen), Alltagsservice (81%) und Mitreden-K\u00f6nnen (76%).<\/li>\n<li>Entgegen landl\u00e4ufigen Mythen wuchs der Werbemarkt der klassischen Medien in Deutschland 2010 um elf Prozentpunkte sogar auf \u201eneue H\u00f6chstst\u00e4nde\u201c, wie das bei solchen Erhebungen marktf\u00fchrende Medienforschungsunternehmen <a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.nielsen-media.de\/pages\/download.aspx?mode=0&amp;doc=737\/Nielsen-Bruttowerbung-Above-th.pdf\" target=\"_blank\">Nielsen<\/a> am 19.1.2011 in Hamburg erkl\u00e4rte. 25 Milliarden Euro Werbevolumen wurden umgesetzt &#8211; im Fernsehen fast die H\u00e4lfte davon, 10,9 Milliarden (plus 16,2% gegen\u00fcber 2009). Es folgten die &#8211; also nicht nur notleidenden &#8211; Zeitungen mit 5,4 Milliarden Euro (plus 1,1%), dann die Zeitschriften mit 3,6 Milliarden Euro (plus 4,3%), darauf das Internet mit 2,4 Milliarden Euro (plus 34,8%!!!) und in der Reihe der inhaltlichen Medien schlie\u00dflich das Radio mit 1,4 Milliarden Euro (plus 5,2%).<\/li>\n<li>&nbsp;\n<p>Weil es Facebook vermutlich selbst nicht so offensiv vermarktet (im Unterschied zu den vier \u201eGolden Globes\u201c f\u00fcr den Film \u201eThe Social Network\u201c): Es gibt mal wieder massive Kritik von Datensch\u00fctzern, weil Zuckerberg &amp; Co. Software-Entwicklern und Webseiten-Betreibern den Zugriff erlauben wollten auf Telefon-Nummern und Adressen von denjenigen der \u00fcber 500 Millionen Nutzer, die dem zustimmten. Warum diese Erlaubnis? Nun, damit es uns Nutzern noch besser gehe und wir nicht jedes Mal beim E-Shoppen alle Daten eigenh\u00e4ndig eintragen m\u00fcssten. Nett von den Facebook-Chefs, und noch netter, dass die Firma nun &#8211; nach den \u00fcblichen Datenschutzmeckereien Ewiggestriger &#8211; die neue Komfort-Funktion sogar noch einmal \u00fcberarbeiten wolle und damit die Folgen solcher Freigaben f\u00fcr die Nutzer \u201enoch klarer\u201c machen werde. Let&#8217;s face it!<\/li>\n<li>Unser Rektor, Prof. Dr. Liebetruth, hatte schon in der Vorwoche den richtigen Riecher: Unwort des Jahres ist der Merkel-Klassiker \u201ealternativlos\u201c. Das war in der Tat l\u00e4ngst f\u00e4llig, da wir Menschen nat\u00fcrlich fast immer auch anders k\u00f6nnen \u2013 k\u00f6nnen m\u00fcssen sogar, das ist gewisserma\u00dfen unsere zweite Natur, auch Kultur genannt. Das wissen nicht nur Soziologen und Philosophen wie Helmuth Plessner, sondern nat\u00fcrlich auch die kl\u00fcgeren PolitikerInnen und sonstigen Entscheider. Aber sagen k\u00f6nnen-d\u00fcrfen-wollen sie es eben nicht, und leider noch viel seltener entsprechend \u201ealternativ\u201c handeln. Aber auch das scheint mir nicht alternativlos.<\/li>\n<li>Der Satiriker Wiglaf Droste hat freilich dem Jury-Chef Horst Dieter Schlosser noch Folgendes ins Germanistenstammbuch geschrieben (siehe Tageszeitung \u201ejunge Welt\u201c vom 19.1,, S.5): \u201eIn der Begr\u00fcndung sagte Schlosser, \u201edas Wort alternativlos suggeriere sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und VON DAHER (Hervorhebung SeK) auch keine Notwendigkeit zur Diskussion und Argumentation gebe\u201c. Droste f\u00e4hrt fort, die Floskel \u201evon daher\u201c sei selber ein deutsches Sprachunget\u00fcm \u2013 denn es muss zweifelsfrei \u201edeshalb\u201c oder auch \u201edeswegen\u201c, \u201edarum\u201c oder auch \u201edaher\u201c hei\u00dfen. DASS es anders hei\u00dfen muss, ist also laut Droste \u201equasi alternativlos\u201c &#8211; aber WIE wir uns besser ausdr\u00fccken k\u00f6nnen \u2013 da gibt es selbst in Preisreden von Sprachexperten (fast) immer Alternativen. Bleiben wir dran!<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum nutzen Menschen in Deutschland welche Medien? 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