{"id":4,"date":"2011-12-08T13:09:18","date_gmt":"2011-12-08T13:09:18","guid":{"rendered":"http:\/\/writers.hmkw.de\/?p=4"},"modified":"2011-12-22T08:04:13","modified_gmt":"2011-12-22T08:04:13","slug":"huhnchen-rupfen-mit-mark-zuckerberg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=4","title":{"rendered":"H\u00fchnchen-Rupfen mit Mark Zuckerberg"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"K\u00f6hler\" src=\"http:\/\/www.hmkw.de\/uploads\/pics\/SK%C3%B6hler_sm_sqr_057369_17.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Traurige Nachrichten f\u00fcr Trauerredner <\/strong>\u2013 der Bundestag hat den Zugang zur K\u00fcnstlersozialkasse (KSK) eingeschr\u00e4nkt, in der sich auch selbst\u00e4ndige Journalisten in Sachen Rente, Gesundheit und Pflege parit\u00e4tisch versichern k\u00f6nnen. 2006 noch hatte das Bundessozialgericht diese Berufsgruppe der Trauerredner auch zu der Gruppe von K\u00fcnstlern und Publizisten gez\u00e4hlt, die m\u00fcndliche oder schriftliche Beitr\u00e4ge an eine wie auch immer begrenzte \u00d6ffentlichkeit richten und sich daher in der KSK relativ sinnvoll versichern k\u00f6nnen sollen. Die KSK versichert derzeit (vgl. Berliner Zeitung, 8.12.2011, S.30) etwa 170.000 Menschen, vom Zauberer bis zum Show-Eiskunstl\u00e4ufer. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Versicherten vervierfacht. Nicht zuletzt deshalb, weil Journalisten kaum noch fest angestellt werden, sondern viele von ihnen mehr oder weniger selbst\u00e4ndige Erwerbsformen finden (m\u00fcssen). Ihrerzeit hatte die Bundesregierung aus SPD und FDP diese Kasse auf den Weg gebracht (Gesetz von 1981). Vielleicht auch, um die Multiplikatoren und Meinungsf\u00fchrer in den Reihen der selbst\u00e4ndigen Medien-Profis sozial etwas besser abzusichern. Praktisch f\u00fcr viele der Publizisten und K\u00fcnstler ist, dass sie \u00e4hnlich wie Angestellte die H\u00e4lfte ihrer Beitr\u00e4ge bezahlen \u2013 die andere H\u00e4lfte kommt derzeit zu 30 Prozent von den Verb\u00e4nden der Verwerter und Auftraggeber, zu 20 Prozent aus einem Bundeszuschuss \u2013 dieser lag 2010 bei etwa 150 Millionen Euro. Und wer darf zum Leidwesen der Trauerredner k\u00fcnftig (ab 2012) laut Bundestag und dem ver\u00e4nderten K\u00fcnstlersozialgesetz als Publizist gelten? Nun, \u201ewer als Schriftsteller, Journalist oder in \u00e4hnlicher (bisher: anderer) Weise publizistisch t\u00e4tig ist oder Publizistik lehrt\u201c. Traurig, aber wahrscheinlich: der Redner schreibt nach seinem Auftritt noch schnell einen Essay in seinem Blog \u2013 dann w\u00e4re er wohl schon wieder \u201ePublizist\u201c. Schade, dass die sozialen Ressourcen immer mehr unter Druck geraten \u2013 oder eben gesetzt werden.<\/li>\n<li><strong>Das gibt den Datenschutz-Affen nat\u00fcrlich wieder billigen Zucker:<\/strong> Ziemlich private Bilder von Facebook-Chef Mark Zuckerberg waren dieser Tage ziemlich \u00f6ffentlich zu sehen (<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.focus.de\/digital\/internet\/facebook\/programmierfehler-bei-facebook-panne-bringt-private-zuckerberg-fotos-ins-netz_aid_691524.html\" target=\"_blank\">www.focus.de<\/a>, Aufruf am 8.12.11, 15.15 Uhr). Der Firmengr\u00fcnder mit einem Huhn in der Hand und \u00e4hnlich pers\u00f6nliche Dinge. Die Bilder waren vom Meister selbst als privat markiert \u2013 aber anscheinend gab es eine kleine L\u00fccke im sonst ja doch perfekten Datenschutz bei Facebook: Nutzer hatten erkl\u00e4rt, wenn man Bilder melde, die Nacktheit oder Pornografie enthielten, liste Facebook weitere, gerne auch private Bilder des Verd\u00e4chtigen auf, um den Sachverhalt zu \u00fcberpr\u00fcfen. Ein Sprecher der Firma sagte, es handle sich um einen Fehler bei einem Update. Es k\u00f6nne sich aber nur um einen kurzen Pannen-Zeitraum gedreht haben. Doch selbst in den USA gibt es offenbar Kulturpessimisten, die mittlerweile Facebook kritischer sehen und darauf dr\u00e4ngten, dass sich das markt-f\u00fchrende soziale Netzwerk nach langem Rechtsstreit mit der US-Handelskommission FTC (Federal Trade Commission) darauf verpflichtete, die Privatsph\u00e4re der Nutzer besser zu sch\u00fctzen. Noch besser?<\/li>\n<li><strong>ARD und ZDF wollen anscheinend, dass man nicht erst mit den dritten (Z\u00e4hnen oder Programmen) besser sieht<\/strong> und daher n\u00e4her an die j\u00fcngeren Nutzer heran: Radio Bremen soll f\u00fcr Jugendliche eine Tages-Webschau produzieren (<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/kress.de\/mail\/alle\/detail\/beitrag\/113437-tagesschau-fuer-junge-leute-radio-bremen-produziert-taegliche-tages-webschau.html\" target=\"_blank\">kress.de<\/a>, Aufruf am 8.12.2011, 15.27 Uhr). Ausgestrahlt werden d\u00fcrfte die Sendung ab Fr\u00fchjahr 2012 zun\u00e4chst f\u00fcr sechs Monate im nicht gerade ein Massen- oder Jugendprogramm seienden Fernsehkanal &#8222;Eins Extra&#8220;, aber auch auf den Internetseiten von Jugend-Radiowellen wie \u201cFritz\u201c, \u00fcber soziale Netzwerke und auf mobilen Endger\u00e4ten. Das ZDF sieht sich in einer n\u00e4chsten Phase seiner Internet-Offensive und weitet mit \u201eheute journal plus\u201c sein Nachrichtenangebot besonders f\u00fcr Hybrid-Fernseher (TV und Internet in einem Ger\u00e4t) aus. Schauen wir mal! (vgl. BLZ 7.12.2011, S.30)<\/li>\n<li><strong>Ein Blick durch das sprachkritische Kaleidoskop<\/strong> sagt uns heute, dass laut Berliner Zeitung (25.11., S.16) Occupy-Anh\u00e4nger einen gro\u00dfen H\u00f6rsaal der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t besetzt h\u00e4tten: \u201eAn die Fenster haben sie Banner gehangen, darauf steht: \u201eKein Sex mit Bologna\u201c.\u201c Das mag sexy formuliert sein. Aber hat die Autorin des Beitrages hier nicht ihr journalistisches F\u00e4hnlein zu sehr in den sprachlichen Wind \u2013 gehangen?<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Traurige Nachrichten f\u00fcr Trauerredner \u2013 der Bundestag hat den Zugang zur K\u00fcnstlersozialkasse (KSK) eingeschr\u00e4nkt, in der sich auch selbst\u00e4ndige Journalisten in Sachen Rente, Gesundheit und Pflege parit\u00e4tisch versichern k\u00f6nnen. 2006 noch hatte das Bundessozialgericht diese Berufsgruppe der Trauerredner auch zu &hellip; <a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=4\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,3],"tags":[4,5],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":96,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4\/revisions\/96"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}