{"id":360,"date":"2014-05-21T20:49:53","date_gmt":"2014-05-21T19:49:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=360"},"modified":"2014-05-21T21:15:00","modified_gmt":"2014-05-21T20:15:00","slug":"geht-crowd-bei-den-krauts","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=360","title":{"rendered":"Geht Crowd bei den Krauts?"},"content":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler<\/p>\n<p>1.) \u201eDer Online-Journalismus ist kaputt\u201c, sagen die Krautreporter (https:\/\/krautreporter.de\/das-magazin, Aufruf am 14.5.2014, 21.36 Uhr). Aber: \u201eWir kriegen das wieder hin\u201c. \u201eKriegen\u201c w\u00fcrde ich zwar nicht sagen, sondern \u201ebekommen\u201c, aber inhaltlich finde ich diese neue Projektphase der Krautreporter sehr spannend: Es solle ohne Werbung und ohne Boulevardisierung gehen. Statt dessen: \u201eMit gutem Journalismus: Reportagen, Recherchen, Portr\u00e4ts und Erkl\u00e4rst\u00fccken \u2013 jeden Tag! Wir wissen, von was (ich sage: \u201ewovon\u201c, SeK) wir reden: weil wir uns mit dem auskennen, \u00fcber das (nun ja: \u201ewor\u00fcber\u201c, SeK) wir schreiben. Mit der notwendigen Zeit, die es braucht, um eine gute Geschichte zu erz\u00e4hlen. Und den Fakten, die n\u00f6tig sind, um zu verstehen, was auf der Welt passiert. Ganz in Ruhe.\u201c Inhaltlich geht das in richtige Richtungen, wie gesagt.<br \/>\nEin unabh\u00e4ngiges Online-Magazin ohne Werbung, das t\u00e4glich mehrere sorgf\u00e4ltig recherchierte Hintergrundbeitr\u00e4ge von angemessen bezahlten Journalisten ver\u00f6ffentlicht. Innerhalb eines Monates will \u201eKrautreporter\u201c 15.000 Nutzer gewinnen, die f\u00fcr ein Jahr jeweils mindestens 60 Euro bezahlen, also f\u00fcnf Euro im Monat. Budget insgesamt also 900.000 Euro. Wenn das klappt, soll die Seite im September live gehen (vgl. http:\/\/www.gruenderszene.de\/allgemein\/krautreporter, Aufruf am 14.05.2014, 21.44 Uhr). Allerdings wird das kein Selbstl\u00e4ufer \u2013 nach knapp zehn Tagen hatten knapp 5000 Nutzer sich als Mitglieder eingetragen (https:\/\/krautreporter.de\/das-magazin, Aufruf am 21.5.2014, 21.42 Uhr).<br \/>\nVorbild f\u00fcr das Online-Magazin Krautreporter, das aus der gleichnamigen Crowdfunding-Plattform hervorging, ist das niederl\u00e4ndische Projekt De Correspondent. Im September 2013 schenkten 15.000 Leser De Correspondent eine Million Euro in nur acht Tagen \u2013 viele mehr als jetzt in Deutschland. Der Erfolg von De Correspondent hat Sebastian Esser, einer der Initiatoren von Krautreporter, dazu inspiriert, in Deutschland Journalisten f\u00fcr ein \u00e4hnliches Projekt zu suchen. Insgesamt finden sich jetzt 28 Autoren auf der Liste \u2013 viele bekannte Namen sind dabei, beispielsweise der Medienjournalist Stefan Niggemeier, Sportreporter Jens Weinreich oder der Digitaljournalist Richard Gutjahr. Chefredakteur soll Alexander von Streit werden, der auch schon das deutsche Wired-Magazin leitete. Alle Krautreporter-Autoren sollen als Pauschalisten ein festes monatliches Einkommen erhalten: 2.000 bis 2.500 Euro \u2013 erwartet wird von ihnen laut der Konkurrenz von \u201eZeit online\u201c ein Text pro Woche. Mitbegr\u00fcnder Sebastian Esser sagt, man setze auf R\u00fcckkopplungen \u2013 der Dialog mit den Mitgliedern und Lesern solle das neue Medium auszeichnen (http:\/\/kress.de\/mail\/alle\/detail\/beitrag\/126202-sebastian-esser-ueber-das-magazin-krautreporter-der-dialog-mit-dem-leser-soll-uns-auszeichnen.html, Aufruf am 14.5.2014, 22.41 Uhr). Er glaube nicht, dass Pay Walls im Online-Journalismus k\u00fcnftig funktionieren werden (vgl. http:\/\/www.gruenderszene.de\/allgemein\/krautreporter, Aufruf am 14.05.2014, 21.44 Uhr).: Vielmehr zeigt sich Esser davon \u00fcberzeugt, dass zahlreiche Menschen unabh\u00e4ngigen Journalismus freiwillig erm\u00f6glichen wollten und deswegen bereit seien, solch ein Projekt auch finanziell zu unterst\u00fctzen. Sollte das Magazin zustande kommen, d\u00fcrften die meisten Texte f\u00fcr alle Leser frei zug\u00e4nglich sein. \u201eWir wollen eine relevante Stimme in der Debatte bekommen, deswegen wollen wir auch verlinkt werden\u201c, erl\u00e4utert Esser. Das sei nur m\u00f6glich, wenn Texte nicht hinter einer Paywall sind. Zahlenden Mitgliedern will Krautreporter allerdings einige Extra-Funktionen anbieten: Nur wer Geld gibt, soll beispielsweise die Artikel kommentieren oder die Redakteure in Hintergrundgespr\u00e4chen, beispielsweise \u00fcber Google Hangouts, befragen k\u00f6nnen.<br \/>\nEsser sagt, er hoffe, dass Krautreporter den Journalimus in Deutschland auf den Kopf stellen werde: \u201eWir behaupten nicht, dass wir besser sind. Wir wollen es nur anders machen.\u201c<\/p>\n<p>2.) Es war ein relativ \u00fcberraschendes EU-Urteil: (http:\/\/kress.de\/mail\/tagesdienst\/detail\/beitrag\/126233-ueberraschendes-eu-urteil-google-muss-links-zu-sensiblen-daten-entfernen.html, Aufruf am 14.5.2014, 22.45 Uhr). Der Internetkonzern Google muss unter Umst\u00e4nden Links zu sensiblen Daten entfernen Die &#8222;FAZ&#8220; sprach von einer schweren juristischen Niederlage, mit dramatischen Folgen f\u00fcr den Konzern: Der Europ\u00e4ische Gerichtshof hat am 13.5.2014 in Luxemburg entschieden (Rechtssache C-131\/12), dass Google dazu verpflichtet werden kann, Verweise auf Webseiten mit mit sensiblen pers\u00f6nlichen Daten aus seiner Ergebnisliste zu streichen.<br \/>\nEin solches Recht leite sich aus der EU-Datenschutzrichtlinie ab. Nach Ansicht des Gerichts ist der Suchmaschinenbetreiber f\u00fcr die Verarbeitung der Daten verantwortlich. Ein Betroffener k\u00f6nne sich mit der Bitte um \u00c4nderung der Suchergebnisse an Google wenden &#8211; oder sonst an die zust\u00e4ndigen Stellen. Geklagt hatte ein Spanier. Er wehrte sich dagegen, dass Google bei der Eingabe seines Namens noch heute einen Artikel \u00fcber die Zwangsver-steigerung seines Hauses vor 15 Jahren anzeigt. Das Urteil \u00fcberrascht insofern, als Generalanwalt Niilo J\u00e4\u00e4skinen noch 2013 im Rahmen eines Gutachtens zu der Ansicht gelangt war, dass dass aus der EU-Datenschutzrichtlinie kein allgemeines &#8222;Recht, vergessen zu werden&#8220; abgeleitet werden k\u00f6nne.<br \/>\nDie Konzernspitze von Google teilte mit: &#8222;Diese Entscheidung ist nicht nur f\u00fcr Suchmaschinen (sic! Als ob die Gef\u00fchle h\u00e4tten \u2026., SeK) entt\u00e4uschend, sondern auch f\u00fcr alle, die Inhalte online publizieren&#8220;. Und weiter: &#8222;Wir sind sehr \u00fcberrascht, dass das Urteil so stark von der vorherigen Einsch\u00e4tzung des Generalanwalts abweicht und dessen Warnungen und aufgezeigte Konsequenzen unber\u00fccksichtigt l\u00e4sst..&#8220;<\/p>\n<p>3.) Der TV-Sender \u201eTagesschau 24\u201c am 7.5. um 9.28 Uhr im Sportteil: Der Berichterstatter sagt im Sprechertext:\u201cDie deutschen Handballer strahlen Optimismus und Zuversicht aus\u201c. Ein klassischer \u201ewei\u00dfer Schimmel\u201c, der immer dann \u201evorprogrammiert\u201c scheint, wenn mensch nicht wei\u00df, was das Fremdwort bedeutet. Und so bleiben selbstverst\u00e4ndlich wichtige Fragen: Strahlten die Sportler auch Lebensbejahung und Heiterkeit aus? Was ist mit Hoffnung und Zukunftsglauben? Sprachkundige wissen (oder sp\u00fcren) es: All dies steckt bereits drin im \u201eOptimismus\u201c, der etymologisch aus dem Lateinischen und Franz\u00f6sischen stammt.<br \/>\n\u00c4hnlich tautologisch (also: doppelt-gemoppelt) der Textbaustein von Angela Merkel laut Info-Radio am 9.4.2014, 15.40 Uhr: Jetzt gehe es um \u201eZukunftsinvestitionen\u201c. Normalerweise geht es ja bei Investitionen um Gesch\u00e4fte in der Vergangenheit oder vielleicht auch Gegenwart. Doch das scheint wirklich innovativ, ja zukunftsweisend: Investitionen diesmal bestimmt als langfristige Anlage von Kapital. Aber Moment mal \u2013 genau das hei\u00dft ja laut Duden das Wort \u201eInvestition\u201c bereits, auch ohne die Verdoppelung durch das Bestimmungswort \u201eZukunft\u201c. Mehr \u201eInvestitionen\u201c in (sprachliche) Bildung w\u00e4ren anscheinend auch ganz sinnvoll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler 1.) \u201eDer Online-Journalismus ist kaputt\u201c, sagen die Krautreporter (https:\/\/krautreporter.de\/das-magazin, Aufruf am 14.5.2014, 21.36 Uhr). Aber: \u201eWir kriegen das wieder hin\u201c. \u201eKriegen\u201c w\u00fcrde ich zwar nicht sagen, sondern \u201ebekommen\u201c, aber inhaltlich finde ich diese neue Projektphase der Krautreporter &hellip; <a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=360\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/360"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=360"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":362,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/360\/revisions\/362"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}