{"id":310,"date":"2014-01-08T21:45:21","date_gmt":"2014-01-08T20:45:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=310"},"modified":"2014-01-08T21:45:21","modified_gmt":"2014-01-08T20:45:21","slug":"komm-opa-mittagessen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=310","title":{"rendered":"Komm Opa Mittagessen!"},"content":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler<\/p>\n<p>1.) Wo kein Geld sei, gebe es auch keinen Journalismus. Das erkl\u00e4rte &#8222;Bild&#8220;-Chefredakteur Kai Diekmann K\u00f6lner Nachwuchsjournalisten (http:\/\/kress.de\/mail\/alle\/detail\/beitrag\/124544-bild-chef-diekmann-im-interview-mit-journalistenschuelern-wo-kein-geld-ist-gibt-es-auch-keinen-journalismus.html, Aufruf am 8.1., 21.12 Uhr). Er sagte, das Online-Zahlangebot \u201eBildPlus\u201c habe mittlerweile mehr als 150.000 Abonnenten. So viele Vollzahler in sechs Monaten seien mehr, als viele Regionalzeitungen in Deutschland \u00fcberhaupt an K\u00e4ufern bzw. Auflage h\u00e4tten, so der Bild&#8220;-Chef zu diesem &#8222;Riesen-Erfolg&#8220;.<br \/>\nDie &#8222;New York Times&#8220; sieht er als sogenannten &#8222;Benchmark&#8220; (Vergleichs-Ma\u00dfstab) der Branche. Die Zeitung hatte vor drei Jahren eine neue Bezahlschranke eingef\u00fchrt und schaffte es im ersten Jahr, 1% der User zu &#8222;konvertieren&#8220; &#8211; auf &#8222;Bild&#8220; umgerechnet w\u00e4ren das 140.000 zahlende Abonnenten nach zw\u00f6lf Monaten gewesen, erkl\u00e4rt Diekmann.<br \/>\nAuf die Frage, ob es sich dabei tats\u00e4chlich um neue Abonnenten oder um ehemalige K\u00e4ufer der gedruckten &#8222;Bild&#8220; handele, antwortete Diekmann: &#8222;Ich kannibalisiere mich lieber selber, als von anderen gefressen zu werden.&#8220; Der Bild-Chef sieht &#8211; wie seit Aufkommen des modernen Journalismus ab. ca. 1830 &#8211; vor den publizistischen Erfolg den betriebswirtschaftlichen gestellt: &#8222;Wo kein Geld ist, gibt es auch keinen Journalismus&#8220;. Das mag f\u00fcr einige Gro\u00df(-handels-)unternehmen wie Springer, Bertelsmann oder Burda zutreffen, wird den Journalismus in Breite und Vielfalt aber allein nicht aufheben f\u00fcr k\u00fcnftige Zeiten.<br \/>\nDann jedenfalls m\u00fcsse nicht jeder Journalist alles k\u00f6nnen, \u201eaber jedes Team muss alles k\u00f6nnen&#8220;, meint Diekmann. Er erwarte, dass in den Redaktionen die Teams so zusammengestellt sind, dass jeweils einer da sei, der sich mit sozialen Medien, mit digitalem Storytelling und mit Dateninterpretation auskenne. Die Teams sollten zudem alle Typen von Medien mit Beitr\u00e4gen best\u00fccken k\u00f6nnen.<br \/>\nDiekmann sagte, er glaube, Papier werde im Journalismus auch noch in 15 Jahren eine gro\u00dfe Rolle spielen. Er erwarte in dem Bereich jedoch kein gro\u00dfes Wachstum mehr.<\/p>\n<p>2.) Der fr\u00fchere Verfassungsrichter Paul Kirchhof hat in der \u201eSZ\u201c gefordert, dass die absehbaren Mehreinnahmen der \u00f6ffentlich-rechtlichen Anstalten durch den neuen Haushaltsbeitrag zum Ende der Werbung  in deren Programmen f\u00fchren sollten (http:\/\/kress.de\/mail\/alle\/detail\/beitrag\/124543-wegen-mehreinnahmen-durch-rundfunkbeitrag-kirchhof-empfiehlt-werbeverzicht-der-oeffentlich-rechtlichen.html, Aufruf am 8.1.2014, 21.37 Uhr). &#8222;Wir bleiben bei 17,98 Euro, nutzen aber das Geld, um die Werbung zur\u00fcckzunehmen. Die Mehreinnahmen werden nicht reichen, um die Werbung ganz abzuschaffen. Aber es besteht die M\u00f6glichkeit, die ungute Abh\u00e4ngigkeit des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks vom Einfluss der Privatwirtschaft zu lockern&#8220;, so Kirchhof. Und er geht noch weiter: &#8222;Es soll letztlich auf einen kompletten Verzicht hinauslaufen.&#8220;<br \/>\nHintergr\u00fcnde: Der Staats- und Steuerrechtler Kirchhof bezeichnete die Haushaltsabgabe als Gutachter f\u00fcr ARD, ZDF und Deutschlandradio als verfassungsgem\u00e4\u00df. Der Professor aus Heidelberg gilt als Vordenker der Reform. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte j\u00fcngst vorgeschlagen, den Rundfunkbeitrag ab 2015 um 73 Cent zu senken. Die KEF rechnete vor, dass durch den neuen Rundfunkbeitrag zwischen 2013 und 2016 etwa 1,146 Milliarden Euro mehr eingenommen werden k\u00f6nnten, als den Anstalten zust\u00fcnden. Die H\u00e4lfte dieses Betrages solle f\u00fcr die Senkung der Geb\u00fchren genutzt werden. Entscheiden m\u00fcssen letztendlich die Ministerpr\u00e4sidenten der Bundesl\u00e4nder. <\/p>\n<p>3.) Zum sprachkritischen Kaleidoskop: Im RBB-Inforadio hie\u00df es am 3.1.2014 in einer Meldung, die Piraten seien auf ihrem Bundes-Parteitag \u201enicht wie die anderen etablierten Parteien durch Delegierte vertreten\u201c (sondern alle anwesenden Mitglieder durften abstimmen). Auch hier gilt: ein Komma h\u00e4tte vieles gekl\u00e4rt \u2013 denn die Piraten sind sicher (noch) keine etablierte Partei. Zwischen die beiden Attribute vor \u201eParteien\u201c h\u00e4tte ein Komma gemusst.  Das Komma ist nur scheinbar unscheinbar, wie die beiden Klassiker zeigen: Zwischen: \u201eKomm Opa, Mittagessen!\u201c und \u201eKomm Opa Mittagessen!\u201c d\u00fcrfte nicht nur f\u00fcr Opa ein gewisser Unterschied bestehen. \u00c4hnlich im Falle von \u201eH\u00e4ngen, nicht laufenlassen!\u201c und \u201eH\u00e4ngen nicht, laufenlassen!\u201c. Der Unterschied zwischen Leben und Tod kann also im Komma \u00fcberhaupt bzw. in seiner Stellung im Satz bestehen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler 1.) Wo kein Geld sei, gebe es auch keinen Journalismus. Das erkl\u00e4rte &#8222;Bild&#8220;-Chefredakteur Kai Diekmann K\u00f6lner Nachwuchsjournalisten (http:\/\/kress.de\/mail\/alle\/detail\/beitrag\/124544-bild-chef-diekmann-im-interview-mit-journalistenschuelern-wo-kein-geld-ist-gibt-es-auch-keinen-journalismus.html, Aufruf am 8.1., 21.12 Uhr). Er sagte, das Online-Zahlangebot \u201eBildPlus\u201c habe mittlerweile mehr als 150.000 Abonnenten. 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