{"id":301,"date":"2013-11-27T21:55:44","date_gmt":"2013-11-27T20:55:44","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=301"},"modified":"2013-11-27T22:05:07","modified_gmt":"2013-11-27T21:05:07","slug":"vom-journalisten-zum-content-manager","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=301","title":{"rendered":"Vom Journalisten zum Content-Manager?"},"content":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler<\/p>\n<p>Burda-Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen hat sich erneut f\u00fcr ein \u201eanderes Journalismusverst\u00e4ndnis\u201c ausgesprochen, im aktuellen Interview mit der \u201eZeit\u201c (http:\/\/meedia.de\/internet\/kallen-schreiben-wird-an-bedeutung-verlieren\/2013\/11\/27.html, Aufruf am 27.11.2013, 20.39 Uhr). Der 56-j\u00e4hrige Manager fordert, die Termini \u201eContent\u201c und \u201eJournalismus\u201c sehr viel breiter zu interpretieren als bisher. So k\u00f6nnten f\u00fcr Kunden auch Produktbeschreibungen wertvoller Content sein. Das \u201eKuratieren von Inhalten\u201c, also das Betreuen von tendenziell auftragskommunikativen Beitr\u00e4gen im Sinne von Planen, Beauftragen, Redigieren, werde wichtiger f\u00fcr Journalisten oder eben Contentmanager als das eigene Produzieren. Dass Kallen von Produktbeschreibungen spricht, kommt nicht von ungef\u00e4hr. Burda ist auf dem Weg, sich vom Verlag zu einem Handelsunternehmen zu wandeln. 2012 war der Umsatz um knapp 13 Prozent auf ca. 2,5 Mrd. Euro gestiegen. Der Gewinn lag anscheinend im dreistelligen Mio-Bereich &#8211; genau teilt das Familien-Unternehmen dies nicht mit. Schon 2012 machten Handelsums\u00e4tze 35% der Erl\u00f6se aus. Bei der j\u00fcngsten Jahresbilanz pr\u00e4gte Kallen den Begriff der \u201cContent- und Handelskonvergenz\u201d. Handelsunternehmen w\u00fcrden immer st\u00e4rker wie Medienunternehmen auftreten, also m\u00fcssten sich Medienh\u00e4user auch zu Handelsunternehmen wandeln \u2013 als Vorbild scheint Kallen hier vor allem \u201eAmazon\u201c zu gelten.<br \/>\n\u201eUnabh\u00e4ngiger Journalismus und E-Commerce d\u00fcrften sich beliebig nahe kommen, solange es neben der journalistischen Auseinandersetzung mit einem Produkt die M\u00f6glichkeit gibt, aus einer gro\u00dfen Auswahl zu kaufen.\u201c Neutralit\u00e4t gehe dabei nicht verloren. Kallen stellte klar, dass der Konzern \u201eheute vor allem durch seine Onlinebeteiligungen\u201c wachse. \u201eSie stehen inzwischen f\u00fcr rund 50 Prozent vom Umsatz.\u201c Einen gro\u00dfen Anteil daran d\u00fcrfte der Haustierbedarf Zooplus haben, an dem Burda die Mehrheit h\u00e4lt. Der Onlineversand setzte im vergangenen Jahr knapp 340 Mio. Euro um. Die Netz-Nutzer erscheinen Kallen daher vor allem als \u201eConsumer\u201c, gerne mit angeschlossenem Haustier. Und denen d\u00fcrften auftrags-kommunikative Content-Manager am besten entgegenkommen. Wer br\u00e4uchte dann noch wozu Journalisten? Wenn allerdings an m\u00f6glichst aktueller, authentischer und autonomer Orientierung f\u00fcr pers\u00f6nliche, gemeinschaftliche und gesellschaftliche Kommunikation doch Bedarf besteht, sollte der sich (auch) andere Ressourcen suchen als bisher, andere denn vor allem als journalistische Schaufenster multi-konvergenter Universal-Konzerne.<br \/>\n2.) Sprachkritisch geht es heute um die \u201eSchlagzeile des Jahres\u201c. \u201eBild&#8220; wurde daf\u00fcr 2013 vom Verein Deutsche Sprache geadelt (seit 2010 gibt es den Preis, bisher ging er an \u201eZeit\u201c, \u201etaz\u201c und \u201estern\u201c): &#8222;Yes, we scan!&#8220; ist die Schlagzeile dieses Jahres. Ein Klassiker der Ansprechhaltung aus der Reihe \u201eAn Bekanntes ankn\u00fcpfen und diesem dann eine neue und bedeutsame Seite abgewinnen\u201c. Die Schlagzeile erschien in \u201eBild\u201c vom 10. Juni. &#8222;Besser als jeder Leitartikel fassen diese drei Worte die Entt\u00e4uschung vieler Europ\u00e4er \u00fcber die \u00dcberwachungsmanie der Obama-Regierung zusammen&#8220;, so der Jurysprecher und Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache Walter Kr\u00e4mer. Auch Platz zwei ging an \u201eBild\u201c &#8211; f\u00fcr &#8222;Wir gegen uns&#8220;, vom 24. Mai, eine Vorschau auf das Champions- League-Finale M\u00fcnchen gegen Dortmund. Allerdings scheint die Bild-Originalit\u00e4t von \u201eYes, we scan\u201c umstritten &#8211; Ren\u00e9 Walter, Betreiber des Weblogs &#8222;Nerdcore&#8220;, h\u00e4lt die Auszeichnung der &#8222;Bild&#8220; f\u00fcr &#8222;unw\u00fcrdig&#8220; und w\u00fcnscht sich eine R\u00fccknahme. Laut Walter ist die Schlagzeile nicht von \u201eBild\u201c formuliert, sondern aus Online-Medien entnommen. Zuerst tauchte ihm zufolge die Formulierung in Foren bei Spiegel Online und bei Netzpolitik.org auf, weltweite Beachtung habe sie sie dann in Form seines Plakat-Remixes gefunden, den er am bereits am 8.6. (zwei Tage vor \u201eBild\u201c) online gestellt habe. \u201eCopy and win\u201c w\u00e4re dann eine, allerdings nicht ganz so originelle, Zwischen-\u00dcberschrift.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler Burda-Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen hat sich erneut f\u00fcr ein \u201eanderes Journalismusverst\u00e4ndnis\u201c ausgesprochen, im aktuellen Interview mit der \u201eZeit\u201c (http:\/\/meedia.de\/internet\/kallen-schreiben-wird-an-bedeutung-verlieren\/2013\/11\/27.html, Aufruf am 27.11.2013, 20.39 Uhr). 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