{"id":251,"date":"2013-05-15T14:52:04","date_gmt":"2013-05-15T13:52:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=251"},"modified":"2013-05-15T15:17:31","modified_gmt":"2013-05-15T14:17:31","slug":"au-tomaten-auf-den-augen-und-maden-im-speck","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=251","title":{"rendered":"Au-Tomaten auf den Augen und Maden im Speck?"},"content":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler<br \/>\nDer Bundesgerichtshof (BGH) entschied im Mai 2013, dass die Autocomplete-Funktion des Internet-Konzerns und klar dominierenden Suchmaschinen-Weltmarktf\u00fchrers Google im Einzelfall rechtswidrig sein kann. (http:\/\/kress.de\/mail\/tagesdienst\/detail\/beitrag\/121255-bundesgerichtshof-hat-entschieden-googles-autocomplete-funktion-kann-rechtswidrig-sein.html, Aufruf am 15.5.2013, 11.17 Uhr). Damit wird auf neue Weise best\u00e4tigt, was zum Beispiel Marcel Machill (Uni Leipzig) seit vielen Jahren von Journalisten fordert \u2013 dass ihre Recherche online mit Google beginnen mag, aber jedenfalls nicht damit enden sollte. Insbesondere geht es hier um den dritten Systembestandteil von allgemeinen Suchmaschinen wie Google, um die sogenannten \u201eQuery Processors\u201c, die wir uns als automatisierte Routinen-Erkenner oder Gedankenleser vorstellen k\u00f6nnen. Ein Unternehmer hatte geklagt, weil seine Aktiengesellschaft durch Googles spezielle Vervollst\u00e4ndigen-Funktion mit den Begriffen \u201eScientology\u201c und \u201eBetrug\u201c in Verbindung gebracht wurde. Weil Google die Funktion trotz R\u00fcge nicht abschaltete, habe das Internet-Unternehmen Pr\u00fcfpflichten verletzt, entschied der BGH.<br \/>\nF\u00fcr die Zukunft hat Google laut dem K\u00f6lner Medienrechtsanwalt Christian Solmecke zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder, die Autocomplete Funktion werde in Deutschland deaktiviert, oder aber jedem beliebigen Nutzer werde automatisch die M\u00f6glichkeit gegeben, zus\u00e4tzliche Begriffsvorschl\u00e4ge zu entfernen. &#8222;Dies wiederum w\u00fcrde ganz sicher Suchmaschinen-Optimierer auf den Plan rufen, die so gezielt Suchanfragen f\u00fcr ihre Zwecke manipulieren w\u00fcrden&#8220;, vermutet der Anwalt. Auch bei Google &amp; Co. gilt also nunmehr erneut: An allem ist zu zweifeln &#8211; aber verzweifele nie! Und nat\u00fcrlich: Recherche braucht Zeit und Kompetenz.<br \/>\n2.) Comeback der Tageszeitung? In den USA k\u00f6nnten Anzeichen f\u00fcr einen neuen Branchentrend gelesen werden (vgl. BLZ vom 14.5.2013, S.25): Die Zeitung \u201eTimes Picayune\u201c in New Orleans (die laut Fachblatt Columbia Journalism Review einst eine wirklich gute Redaktion hatte und zwischendurch m\u00e4chtig auf K\u00fcrzungskurs getrimmt wurde) sollte ab Mai 2013 wieder t\u00e4glich in Printversion erscheinen. Auch eine andere sehr traditionsreiche US-Zeitung, der \u201ePhiladelphia Inquirer\u201c, sollte wieder h\u00e4ufiger gedruckt zu haben sein. Vielleicht ist es tats\u00e4chlich business as ususal, denn Warren Buffett, als Multi-Milliard\u00e4r einer der reichsten Menschen auf Erden, hat dieser Tage f\u00fcr \u201eseine\u201c erst in den vergangenen zwei Jahren erworbenen 28 Zeitungsunternehmen gerade mal wieder satte Gewinne verk\u00fcndet. Buffett l\u00e4sst (siehe MMM 1\/2013, S.38ff.) den Fokus dabei auf Lokalberichte legen \u2013 das Blatt als Informationsmedium f\u00fcr den Nahbereich. Eine Zukunft h\u00e4tten vor allem Zeitungen in stark von Gemeinschaftssinn gepr\u00e4gten St\u00e4dten: Daher werde man sich auf kleine und mittlere Bl\u00e4tter in alteingessenen Gemeinden konzentrieren. Buffett mag auf der Metaebene f\u00fcr m\u00e4chtige Konzentrations- und Zentralisationstendenzen des Kapitals stehen \u2013 auf der Objektebene (der Zeitungs-Titel, die ihn auch als einstigen Zeitungs-Boten zu interessieren scheinen) gilt hier wohl eher: \u201eSmall is beautful\u201c.<br \/>\n3.) Zum sprachkritischen Kaleidoskop: Im Tagesspiegel-Ableger \u201ePotsdam am Sonntag\u201c hie\u00df es am 28.4. im Aufmacher auf Seite 1 unter der \u00dcberschrift \u201eBER-Kosten steigen weiter\u201c: \u201eDie Flughafengesellschaft hatte, obwohl der Planfeststellungsbeschluss anderes vorsah, einen abgespeckten L\u00e4rmschutz veranschlagt, der sich auf 139 Millionen Euro belaufen h\u00e4tte\u201c. Jaja, dieser L\u00e4rmschutz \u2013 hatte er also im Laufe der Jahre so richtig sch\u00f6n Speck angesetzt, war in ungesundem Ma\u00dfe gewachsen und letztlich so richtig fett und aufgebl\u00e4ht. Da kann doch ein wenig \u201eAbspecken\u201c kaum schaden &#8211; zumal es ja auch die Kostenseite entlasten w\u00fcrde. Doch statt der Flughafengesellschaft als einem Hort ges\u00fcnderen, schlankeren Lebens dankbar zu sein, f\u00e4llen Richter speckige Urteile und richten sich Anwohner wie die Maden in ihrem Besitzstands-Speck ein. Zum Gl\u00fcck verlieren zumindest manche Zeitungsmacher nicht den Blick f\u00fcr das gro\u00dfe Ganze und f\u00fcr total fitte Metaphern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied im Mai 2013, dass die Autocomplete-Funktion des Internet-Konzerns und klar dominierenden Suchmaschinen-Weltmarktf\u00fchrers Google im Einzelfall rechtswidrig sein kann. 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