{"id":234,"date":"2013-01-23T16:20:23","date_gmt":"2013-01-23T15:20:23","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=234"},"modified":"2013-01-23T16:38:05","modified_gmt":"2013-01-23T15:38:05","slug":"nur-keine-neidspirale-umsonst-kann-teuer-werden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=234","title":{"rendered":"Nur keine Neidspirale: Umsonst kann teuer werden"},"content":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler<\/p>\n<p>1.) Auf sogenannten sozialen Netzwerken wie Facebook geht es weit \u00fcberwiegend \u201epositiv\u201c zu, es herrscht hier laut dem deutsch-koreanischen Philosophen Byung Chul Han geradezu ein \u201e\u00dcberma\u00df an Positivit\u00e4t\u201c &#8211; beispielsweise gibt es vor allem und ganz einfach zu bedienen den \u201eLike\u201c-Button (siehe mein Blog vom 23.3.2012). Doch dieser besondere Positivismus f\u00fchrt &#8211; Forschern der Berliner Humboldt-Universit\u00e4t um Wirtschaftsinformatikerin Hanna Krasnova zufolge &#8211; dazu, dass \u201eFacebook\u201c tendenziell als Neidspirale funktioniert: Die ausgestellten guten Seiten, tollen Meldungen und sch\u00f6nen Fotos erzeugen im sozialen Vergleich bei vielen Befragten Frustration. Um diese zu kompensieren, stellen etliche Nutzer in Reaktion darauf ihr eigenes Leben auch oder sogar noch positiver dar, was wiederum zu Neidgef\u00fchlen bei den n\u00e4chsten \u201eFreunden\u201c f\u00fchren d\u00fcrfte \u2013 die Spirale ist im Gang. Solche Neidgef\u00fchle sollen sich durchaus negativ auf die Lebenszufriedenheit der Nutzer auswirken (vgl. http:\/\/meedia.de\/internet\/facebook-erzeugt-eine-neidspirale\/2013\/01\/22.html, Aufruf am 23.1.2013, 16.14 Uhr, siehe Tageszeitung junge Welt. 22.1.2013. S.12). Deshalb scheint der Logout-Button in solchen F\u00e4llen fast noch wichtiger als der Like-Button.<br \/>\n2.) Die Tendenz zum \u201eUmsonstjournalismus\u201c (hier gemeint vor allem in Form der unbezahlten Mehrfachverwendung journalistischer Arbeit durch Verlage oder Sender in verschiedenen Medien\/Kontexten) ist laut Journalistikwissenschaftler Hektor Haark\u00f6tter (M\u00fcnchen) und Medien-Anwalt Stefan M\u00fcller-R\u00f6mer (K\u00f6ln) auch urheberrechtlich fragw\u00fcrdig: Wenn wir von \u00a7 32 des Urhebergesetzes ausgehen, der eine angemessene Verg\u00fctung f\u00fcr den Urheber rechtlich verlangt, dann sollten auch die allermeisten journalistischen Beitr\u00e4ge als Werke in diesem Sinne gelten. Das Landgericht Hamburg hat in einem vor allem f\u00fcr freie Journalisten weg-weisenden Urteil befunden (vgl. MMM 7\/2012, S.35, Urteil des LGH vom 22.9.2009, 312 O 411\/09), dass der \u201eUrheber tunlichst an dem wirtschaftlichen Nutzen zu beteiligen ist, der aus seinem Werk gezogen wird, und zwar bei jeder einzelnen Nutzung des Werkes\u201c. Scheinbar umsonst kann also f\u00fcr die Verwerter richtig teuer werden, wenn sich die Urheber organisieren.<br \/>\n3.) Zum j\u00fcngsten sprachkritischen Kaleidoskop (vom 16.1.) schrieb mir der Erste Chefredakteur von ARD-aktuell, Dr. Kai Gniffke: \u201eVielen Dank f\u00fcr Ihre Mail und die Anregung in Bezug auf den &#8222;Hinterhof&#8220;. Auch wenn ich Ihre historische Herleitung nachvollziehen kann, bin ich an dieser Stelle anderer Meinung. Ich finde, dass &#8222;Hinterhof&#8220; mittlerweile eher einen r\u00e4umliche N\u00e4he als eine Abh\u00e4ngigkeit bzw. Unterlegenheit ausdr\u00fcckt. Insofern glaube ich, dass sich die Bedeutung tats\u00e4chlich gewandelt hat. Dennoch: Wenn eine Bezeichnung von einigen Zuschauern missverstanden wird und negativ besetzt ist, sollten wir pr\u00fcfen, ob wir nicht einen anderen Terminus benutzen sollten. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass wir statt vom &#8222;Hinterhof&#8220; k\u00fcnftig vielleicht vom &#8222;Vorhof&#8220; sprechen\u201c. Das finde ich einen konstruktiven Umgang mit Kritik und w\u00fcrde dennoch in dieser Woche die Redaktion der \u201eTagesthemen\u201c fragen, ob wir &#8211; wie es Moderator Tom Buhrow und Reporterin Tina Hassel am 20.1. taten &#8211; von Barack Obama als dem \u201eersten schwarzen US-Pr\u00e4sidenten\u201c sprechen sollten. Das tun sicher viele Medienvertreter, konservative wie liberale. Vielleicht mag sich ja auch die Bedeutung des metaphorischen Ausdruckes \u201eschwarz\u201c in solchen Kontexten gewandelt haben \u2013 ich nenne Obama in meinen journalistischen Texten in dieser Hinsicht den ersten \u201eafroamerikanischen\u201c oder \u201edunkelh\u00e4utigen\u201c US-Pr\u00e4sidenten. \u201eSchwarz\u201c oder \u201efarbig\u201c erscheint mir bestenfalls gedankenlos, eher aber versteckt rassistisch, weil man (und frau) von all dem, was bei \u201eSchwarz-Wei\u00df-Malerei\u201c mitschwingt (Schwarzfahren, bl\u00fctenwei\u00df etc.), als medienkompetenter Nutzer und Produzent nicht oberfl\u00e4chlich absehen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sebastian K\u00f6hler 1.) 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