{"id":22,"date":"2011-12-19T14:03:50","date_gmt":"2011-12-19T14:03:50","guid":{"rendered":"http:\/\/writers.hmkw.de\/?p=22"},"modified":"2011-12-22T08:02:52","modified_gmt":"2011-12-22T08:02:52","slug":"zwischen-himmel-und-holle-gibt-es-eine-%e2%80%9efieseste-redaktion-deutschlands","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=22","title":{"rendered":"Zwischen Himmel und H\u00f6lle \u2013 gibt es eine \u201efieseste Redaktion Deutschlands\u201c?"},"content":{"rendered":"<div>\n<ol>\n<li>Es gibt weiterhin kein <strong>Pressefreiheitsgesetz <\/strong>in Deutschland, denn die parlamentarischen Beratungen in dieser Richtung sind laut <a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.presserat.info\/\" target=\"_blank\">Deutschem Presserat<\/a> leider wieder ins Stocken geraten. Es geht dabei laut dem Sprecher des Presserates, Bernd Hilder (der j\u00fcngst deutlich mit seiner umstrittenen, weil offenbar parteipolitisch betriebenen Kandidatur als MDR-Intendant gescheitert war und nun weiter Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung LVZ und zudem eben ehrenamtlich Presseratsstimme ist), vor allem um den Schutz von Journalisten vor strafrechtlicher Verfolgung bei Vorw\u00fcrfen des Geheimnisverrates. Und zwar in den beiden Varianten der aktiven Anstiftung dazu oder auch der blo\u00dfen Weitergabe von passiv erhaltenen Hinweisen aus Insider-Kreisen. Nicht nur dem Presserat zufolge ist es dringend notwendig, dass der Gesetzgeber das Cicero-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Februar 2007 aufgreift. Damals hatten die Karlsruher Richterinnen und Richter eine staatsanwaltschaftliche Durchsuchung der Redaktionsr\u00e4ume der Monatszeitschrift \u201e<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.cicero.de\/\" target=\"_blank\">Cicero<\/a>\u201c in Potsdam als ungerechtfertigten Eingriff in die Pressefreiheit verurteilt. Hintergrund waren Ermittlungen der Justiz seit 2005 wegen der Cicero-Ver\u00f6ffentlichung eines vertraulichen Berichtes des Bundeskriminalamtes (BKA) zur \u00dcberwachung eines mutma\u00dflichen islamistischen Anschlagt\u00e4ters.<\/li>\n<li>Es gibt weiterhin auch keine <strong>\u201efieseste Redaktion Deutschlands\u201c<\/strong>, zumindest nicht offiziell. Denn der Berufsverband \u201e<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.freischreiber.de\/\" target=\"_blank\">Freischreiber<\/a>\u201c hat die Wahl dazu gestoppt (vgl. <a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/\" target=\"_blank\">BLZ<\/a> vom 17.10.2011, S.26). Dabei haben freie Journalisten nat\u00fcrlich nicht nur bei den 70 vorgeschlagenen Redaktionen mit Problemen wie Themenklau, verschlechterndes Redigieren oder Niedrighonoraren zu k\u00e4mpfen.\u00a0 Besonders schlecht scheint die Lage dabei im Umfeld der drei Redaktionen <a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.fuersie.de\/\" target=\"_blank\">\u201eF\u00fcr Sie<\/a>\u201c, \u201e<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/\" target=\"_blank\">Spiegel Online<\/a>\u201c und \u201e<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.neon.de\/\" target=\"_blank\">Neon<\/a>\u201c zu sein, wie die entsprechenden Vorschl\u00e4ge von der Freischreiber-Basis an den Verband deutlich machten (gelobt wurden \u00fcbrigens am meisten \u201e<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.enorm-magazin.de\/\" target=\"_blank\">Enorm<\/a>\u201c, \u201e<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.brandeins.de\/\" target=\"_blank\">brand eins<\/a>\u201c und \u201e<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.pm-magazin.de\/\" target=\"_blank\">P.M.<\/a>\u201c). Alle Nominierungen sind laut \u201e<a title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.freischreiber.de\/\" target=\"_blank\">Freischreiber<\/a>\u201c nicht durch Einzelstimmen zustande gekommen. Protest gegen die Ausschreibung des \u201eH\u00f6lle\u201c-Preises gab es nicht zuletzt von Neon-Chefredakteur Michael Ebert: Die Vorgehensweise sei unseri\u00f6s und grenze bald an Rufmord. Auch deswegen wohl haben die Freischreiber ihren Wettbewerb um den Negativ-Preis abgebrochen. Man sei etwas zu mutig gewesen, habe aber eine wichtige, ja notwendige Debatte im deutschen Print- und Onlinejournalismus angesto\u00dfen. Ziel bleibt laut Freischreiber-Vorsitzendem Kai Sch\u00e4chtele ein Katalog von Kriterien f\u00fcr eine faire Zusammenarbeit zwischen Redaktionen und Freien. Und 2012 wolle man sich dann doch zwischen \u201eHimmel\u201c und \u201eH\u00f6lle\u201c bewegen, so, wie die meisten freien Journalisten ja auch.<\/li>\n<li>Und schlie\u00dflich mein \u201e<strong>Kaleidoskop<\/strong>\u201c, worin ich sprachliche Erscheinungen im aktuellen Journalismus versuche, in einem anderen Licht zu betrachten:\n<ol>\n<li>Im <strong>ARD-Morgenmagazin<\/strong>, in der dortigen Ausgabe der Tagesschau am 14.10., gab es eine NiF, eine Nachricht (oder News) im Film, zum Jahrestag der Rettung chilenischer Bergleute aus der Grube von San Jos\u00e9. Der Sprechertext verlautete, Menschen h\u00e4tten sich \u201ean der heute geschlossenen Grube versammelt\u201c. War das Bergwerk am Tag davor und am Tag danach denn ge\u00f6ffnet? Wie h\u00e4tte es besser lauten k\u00f6nnen?<\/li>\n<li>Im <strong>RBB-Inforadio<\/strong> wiederum war am Samstag die Rede davon, die\u00a0 Proteste von \u201eOccupy Wall Street\u201c-Emp\u00f6rten in New York h\u00e4tten nun auch auf das Viertel am Times Square \u201e\u00fcbergegriffen\u201c. Wer oder was greift \u00fcber? Probleme, Konflikte, Krankheiten, ein brutaler Familienvater &#8230;. ? Ist das Verb \u201e\u00fcbergreifen\u201c bzw. das Substantiv \u201e\u00dcbergriff\u201c so objektivierend wie m\u00f6glich? Auch hier bleibt die Frage \u2013 wie h\u00e4tten die Kollegen es angemessener formulieren k\u00f6nnen?<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt weiterhin kein Pressefreiheitsgesetz in Deutschland, denn die parlamentarischen Beratungen in dieser Richtung sind laut Deutschem Presserat leider wieder ins Stocken geraten. 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