{"id":183,"date":"2012-06-06T09:45:08","date_gmt":"2012-06-06T08:45:08","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=183"},"modified":"2012-06-06T09:45:08","modified_gmt":"2012-06-06T08:45:08","slug":"freelancer-mit-zweidrittel-mehrheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=183","title":{"rendered":"Freelancer mit Zweidrittel-Mehrheit"},"content":{"rendered":"<p>Blog vom 6.6. 2012 von Sebastian K\u00f6hler: <\/p>\n<p>1.) Facebooks anlegerfreundliches Gesicht scheint Kratzer zu bekommen: Erst k\u00fcndigte der Autokonzern General Motors an, keine Werbung mehr auf der Plattform zu schalten, weil die bezahlten Anzeigen zu ineffizient seien (http:\/\/kress.de\/mail\/alle\/detail\/beitrag\/116409-reuters-umfrage-werbung-auf-facebook-verleitet-nicht-zum-kauf.html. Aufruf am 6.6.2012, 10.31 Uhr). Nun hat eine Umfrage von Reuters\/Ipsos unter 1.032 US-B\u00fcrgern ergeben, dass &#8211; laut deren eigenen Angaben &#8211; bei vier von f\u00fcnf Nutzern Werbung oder Kommentare auf Facebook nicht zum Kauf gef\u00fchrt h\u00e4tten. Ebenfalls unvorteilhaft: 34% der Befragten erkl\u00e4rten, weniger Zeit auf Facebook zu verbringen als noch vor sechs Monaten (w\u00e4hrend 20% sagten, sie verbr\u00e4chten jetzt mehr Zeit auf der Seite).<br \/>\nDiese Ergebnisse sind Wasser auf die M\u00fchlen derer, die die Facebook-Aktie f\u00fcr \u00fcberbewertet halten. Mit einem Ausgabepreis von 38 US-Dollar und einer daraus resultierenden Bewertung von 104 Mrd. Dollar war das Unternehmen am 18. Mai an die B\u00f6rse gegangen. Seitdem musste die Facebook-Aktie m\u00e4chtig Federn lassen &#8211; am 5.6. schloss sie bei 26,90 $. Facebook hat nach eigenen Angaben weltweit \u00fcber 900 Millionen Mitglieder &#8211; die Gesch\u00e4ftszahlen fallen aber im Vergleich mit anderen B\u00f6rsengiganten eher bescheiden aus: Im vergangenen Jahr gab Facebook 3,7 Mrd. Dollar Umsatz und eine Mrd. Dollar Gewinn an. Das mit Abstand meiste Geld dabei wird mit Werbung eingefahren. Zum Vergleich: Google erzielte in beiden Sparten im Jahr 2011 rund das Zehnfache.<\/p>\n<p>2.) Der Publizist, Schriftsteller und Journalist Neil Gaiman hielt im Mai 2012 eine Rede f\u00fcr die Absolventen der University of  the Arts in Philadelphia (USA) (http:\/\/vimeo.com\/42372767, Aufruf 6.6.2012, 9.50 Uhr \u2013 vielen Dank f\u00fcr den Hinweis an Bernd Ziegenbalg, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Raufeld Medien in Berlin). Er sagte dabei, immer mehr der publizistischen Erwerbst\u00e4tigkeit werde \u201eFreelance Work\u201c, also  Honorararbeit als mehr oder weniger Selbst\u00e4ndiger. Das sei bei aller Un\u00fcbersichtlichkeit sogar systematisch zu verstetigen, wenn man drei Bedingungen erf\u00fclle: die Beitr\u00e4ge m\u00fcssten gut sein, man selbst ein leicht zu handhabender Typ und die Lieferungen p\u00fcnktlich. Genaugenommen reichten jeweils sogar zwei der drei Anforderungen: Auftraggeber w\u00fcrden es tolerieren, wie nervend man sei, wenn nur die Arbeit gut und die Lieferung p\u00fcnktlich ist. Sie w\u00fcrden auch Unp\u00fcnktlichkeit vergessen k\u00f6nnen, wenn die Arbeit gut ist und sie Dich, den Freelancer, m\u00f6gen. Und schlie\u00dflich m\u00fcsse man auch gar nicht so hervorragend sein, wenn man zumindest nett und p\u00fcnktlich erscheine.<\/p>\n<p>3.) Nach jahrelangen Debatten hat im Mai 2012 ein neues Gesetz zur Pressefreiheit in Deutschland die parlamentarischen H\u00fcrden Bundestag und Bundesrat mehrheitlich genommen.  Es tr\u00e4gt die Handschrift der Regierungskoalition und wird von Vertretern der Journalistenverb\u00e4nde kritisiert: Beispielsweise Ulrich Jan\u00dfen, Vorsitzender der dju in ver.di, sagt, es handele sich um ein \u201eGesetz zum Versuch, die Pressefreiheit wenigstens ein bisschen zu f\u00f6rdern.\u201c Vor allem vers\u00e4ume das Gesetz, Journalisten als Tr\u00e4ger von Berufsgeheimnissen anzuerkennen, wie das weiterhin f\u00fcr Abgeordnete, Geistliche oder Rechtsanw\u00e4lte gilt. Eine gewisse Verbesserung sieht Jan\u00dfen darin, dass Journalisten nun nicht mehr wegen \u201epassiven Geheimnisverrates\u201c verfolgt werden d\u00fcrften, also nicht mehr der  Beihilfe zum Geheimnisverrat beschuldigt werden d\u00fcrften, wenn ihnen brisantes Material von Informanten  zugespielt wird. Im Falle \u201eaktiven Geheimnisverrates\u201c, also wenn Journalisten selbst aktiv werden und sich brisantes Material besorgen, bleiben die bisherigen Sanktionen bestehen (vgl. MMM 3\/2012, S.4).  <\/p>\n<p>4.) Der Linken-Parteitag am Wochenende in G\u00f6ttingen war auch f\u00fcr ein sprachkritisches Kaleidoskop ergiebig:<br \/>\nGerd Joachim von Fallois sagte am 2.6. um 19.20 Uhr auf \u201ePh\u00f6nix\u201c zum Verh\u00e4ltnis der Linken-Politiker Gregor Gysi und Oskar Lafontaine: \u201eDas Tischtisch ist zerstritten\u201c. Solche Bonmots gehen nat\u00fcrlich weg wie frisch zerstritten Brot. Oder wie es der Sprachkritiker Karl Kraus gesagt h\u00e4tte: Den Journalisten mache aus, keinen eigenen Gedanken zu haben und das dann auch noch schlecht auszudr\u00fccken.<br \/>\nBei \u201eStern online\u201c hie\u00df es, gleichsam intern plural und in voller Pressefreiheit (von der Wahrheit): \u201e(Die neue Vorsitzende Katja) Kipping wird keinem der beiden Fl\u00fcgel zugerechnet (\u2026). Die 34-j\u00e4hrige, die dem Reformfl\u00fcgel der Partei zugerechnet wird, gewann die Abstimmung auf dem Parteitag in G\u00f6ttingen gegen die 63-j\u00e4hrige Hamburger Fraktionschefin Dora Heyenn.( http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/parteitag-der-linken-kipping-und-riexinger-sind-die-doppelspitze-1835747.html, Aufruf am 2.6., 23.58 Uhr). Und wenn der \u201eStern\u201c Kipping selbst gefragt h\u00e4tte, w\u00e4re vermutlich noch eine dritte Position herausgekommen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blog vom 6.6. 2012 von Sebastian K\u00f6hler: 1.) Facebooks anlegerfreundliches Gesicht scheint Kratzer zu bekommen: Erst k\u00fcndigte der Autokonzern General Motors an, keine Werbung mehr auf der Plattform zu schalten, weil die bezahlten Anzeigen zu ineffizient seien (http:\/\/kress.de\/mail\/alle\/detail\/beitrag\/116409-reuters-umfrage-werbung-auf-facebook-verleitet-nicht-zum-kauf.html. Aufruf am &hellip; <a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=183\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[4,42,40,41,12],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/183"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=183"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/183\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":185,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/183\/revisions\/185"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}