{"id":136,"date":"2012-01-18T16:14:36","date_gmt":"2012-01-18T16:14:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=136"},"modified":"2012-01-18T16:14:36","modified_gmt":"2012-01-18T16:14:36","slug":"journalismus-to-go-wer-oder-was-muss-gehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=136","title":{"rendered":"Journalismus-to-go: Wer oder was muss gehen?"},"content":{"rendered":"<p>&gt;<br \/>\n&gt; Blog vom 11.1. \u201eJournalismus-to-go\u201c: Wer oder was muss gehen?<br \/>\n&gt;<br \/>\n&gt; 1.<br \/>\n&gt;<br \/>\n&gt; Die Wendung \u201eJournalismus-to-go\u201c fand ich dieser Tage beim Schriftsteller und Satiriker Wiglaf Droste (http:\/\/www.herrenzimmer.de\/2012\/01\/09\/geiselhaft\/., Aufruf 11.1.2012, 14.45 Uhr). Droste fiel auf, dass bei \u201eSpiegel online\u201c davon die Rede war, Bundespr\u00e4sident Christian Wulff habe sowohl \u201esein Land\u201c als auch \u201edie \u00d6ffentlichkeit\u201c in \u201eGeiselhaft\u201c genommen durch sein Lavieren in der Kredit- und Medienaff\u00e4re. Der Befund des Kritikers dagegen: die Kollegen seien \u201eschwatzhaft\u201c, wenn sie so von \u201eGeiselhaft\u201c reden \u2013 gleichsam durch den Wulff gedreht: \u201eIst es nicht immer wieder erstaunlich, mit welchem Weihrauch im Ton Journalisten das Ausf\u00fcllenk\u00f6nnen von Bewirtungsquittungen schon f\u00fcr Schreiben ausgeben?\u201c Neben der journalistikwissenschaftlichen Bestimmung von \u201eJournalismus-to-go\u201c als durch raum-zeitliche Entkoppelungen per Internet und Mobilkommunikation gepr\u00e4gtem (siehe bei den Kollegen Neuberger oder Kretzschmar u.a. unter http:\/\/www.zeppelin-university.de\/deutsch\/lehrstuehle\/Bilandzic\/Publikationen_vorZU_Kretzschmar_eb.pdf, Aufruf 11.1.2012, 14.55 Uhr) kann ich dem Terminus hier mindestens drei neue Seiten abgewinnen: Solcher Journalismus wird wie der entsprechende Caf\u00e9 schnell produziert und soll leicht konsumierbar sein. Er kann dazu beitragen, Leute hoch- oder runterzujazzen, auch zum Gehen oder eben R\u00fccktritt zu zwingen. Und er mag bei kritischen Nutzern wie Droste bewirken, dass die sich abwenden \u2013 einfach weggehen. Ganz sch\u00f6n viel herauszulesen aus solchem Kaffee-Satz.<br \/>\n&gt; 2.<br \/>\n&gt;<br \/>\n&gt; Was \u201eBild\u201c angeht (von der kluge K\u00f6pfe wie Wolfgang Storz und Hans-J\u00fcrgen Arlt mit guten empirischen und theoretischen Gr\u00fcnden schreiben \u2013 siehe http:\/\/www.otto-brenner-shop.de\/publikationen\/obs-arbeitshefte\/shop\/drucksache-bild-eine-marke-und-ihre-maegde-ah-67.html, Aufruf 11.1.2012, 21.04 Uhr -, dass es dort gar nicht um Journalismus gehe, sondern mittlerweile praktisch ausschlie\u00dflich um Kampagnen von \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Werbung und Marketing), ist es schon verbl\u00fcffend, wie wenig der oberste Gralsh\u00fcter der Pressefreiheit hierzulande, Kai Diekmann, gefragt wird, warum er das Thema \u201eAnruf des b\u00f6sen Wulff\u201c nicht zeitnah Mitte Dezember selbst und unzensiert publik machte. Die Medienjournalistin Ulrike Simon schreibt (BLZ 11.1.2012, S.26): \u201eNun steht Bild als Blatt da (\u2026), mit dem sich andere Medien solidarisieren. Dieser Wert ist h\u00f6her zu sch\u00e4tzen als jede Werbung, jede Auflagensteigerung, jedes Plus bei Online-Visits und jeder Aufstieg auf Platz irgendwelcher Rankings \u00fcber die meistzitierten Medien. Wer Kai Diekmann kennt, wei\u00df, wie spitzb\u00fcbisch er sich dar\u00fcber freuen kann.\u201c Und die Werbung k\u00f6nnte Christian Wulff hinterher rufen \u2013 \u201eBILD dir ein, du w\u00e4rest Bundespr\u00e4sident\u201c.<br \/>\n&gt; 3.<br \/>\n&gt;<br \/>\n&gt; Facebook dreht weiter auf und damit dem einstigen Marktf\u00fchrer \u201eVZ\u201c hierzulande weiter das Wasser ab: Die US-basierte Kommunikationsplattform des Mark Zuckerberg (http:\/\/kress.de\/mail\/tagesdienst\/detail\/beitrag\/114064-featured-stories-facebook-platziert-werbung-im-newsfeed.html, Aufruf 11.1.2012, 21.19 Uhr) f\u00fchrt Werbung im Newsfeed, dem Hauptnachrichtenstrom der Nutzer, ein. Die Werbemeldungen sollen &#8222;Featured Stories&#8220; hei\u00dfen und nicht wie geplant &#8222;Sponsored Stories&#8220;, womit vermutlich noch mehr N\u00e4he zum Journalismus simuliert werden soll. Anders als bei traditioneller Werbung d\u00fcrfte der Inhalt der &#8222;Featured Stories&#8220; nicht einfach aus einer vom werbenden Unternehmen formulierten Botschaft bestehen, sondern aus \u201eInteraktionen\u201c von \u201eFreunden\u201c mit dem jeweiligen Unternehmen. Solche &#8222;Featured Stories&#8220; k\u00f6nnen Unternehmen, Organisationen oder Personen buchen. Laut Facebook sollen die meisten Nutzer nur eine Werbemeldung pro Tag in ihrem Newsfeed sehen. Ganz abschalten l\u00e4sst sich laut Mediendienst \u201ekress\u201c die Werbung nicht, jedoch k\u00f6nnen Nutzer einzelne Beitr\u00e4ge ausblenden. Man muss es eben m\u00f6gen oder \u201eliken\u201c, dass der reine Adressen- und Datenverkauf anscheinend nicht ausreicht als Gesch\u00e4ftsmodell.<br \/>\n&gt; 4.<br \/>\n&gt;<br \/>\n&gt; Und noch eine sprachkritische Fu\u00dfnote zu \u201eDancing with Wulffs\u201c, im Text von Reuters am 10.1.: \u201eDie Diskussion \u00fcber Bundespr\u00e4sident Christian Wulff hat dem Staatsoberhaupt einer Umfrage zufolge in den vergangenen Tagen in der Bev\u00f6lkerung Zustimmung gekostet\u201c. Da schien mir ein schwerwiegender Fehler enthalten \u2013 wir diskutierten in der Redaktion anhand von Duden, Bertelsmann und Spellcheck. Ich erinnerte mich dann schlie\u00dflich des Hamlet-Satzes von William Shakespeare (oder seinem Ghost-Writer): \u201eEs gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich tr\u00e4umen l\u00e4sst\u201c. Denn was vor einigen Jahren noch klar falsch gewesen sein mag, ist heute zumindest auch richtig. Das d\u00fcrfte auch Christian Wulff oder Kai Diekmann tr\u00f6sten, sofern sie \u201eTrost-to-go\u201c n\u00f6tig haben.<br \/>\n&gt;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt; &gt; Blog vom 11.1. \u201eJournalismus-to-go\u201c: Wer oder was muss gehen? &gt; &gt; 1. &gt; &gt; Die Wendung \u201eJournalismus-to-go\u201c fand ich dieser Tage beim Schriftsteller und Satiriker Wiglaf Droste (http:\/\/www.herrenzimmer.de\/2012\/01\/09\/geiselhaft\/., Aufruf 11.1.2012, 14.45 Uhr). 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