{"id":1056,"date":"2018-04-25T17:01:28","date_gmt":"2018-04-25T15:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=1056"},"modified":"2018-04-25T18:42:15","modified_gmt":"2018-04-25T16:42:15","slug":"eine-redaktionelle-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=1056","title":{"rendered":"Eine redaktionelle Gesellschaft?"},"content":{"rendered":"<p>1.) Wohin entwickeln sich Redaktionen? Oder anders gefragt: Kann &#8222;Redaktion&#8220; auf neue Weise sogar zu einem gesellschaflichen Prinzip werden? Der T\u00fcbinger Medienwissenschaftler Bernhard P\u00f6rksen hat im Februar 2018 in der &#8222;Zeit&#8220; einen Gastbeitrag ver\u00f6ffentlicht, mit der \u00dcberschrift &#8222;Alle m\u00fcssen Journalisten sein&#8220; (http:\/\/www.zeit.de\/2018\/08\/umgang-medien-fake-news-propaganda-journalismus\/komplettansicht, Aufruf am 21.4.2018, 22.30 Uhr).<br \/>\nEntgegen mancher Modelle von Journalismus aus den vergangenen Jahren als gleichsam schon &#8222;post-redaktionellem&#8220; (Redaktionen w\u00fcrden tendenziell als &#8222;zu teuer&#8220; abgel\u00f6st von Bloggern, Vloggern oder VJs als Einzelk\u00e4mpfern) schl\u00e4gt P\u00f6rksen eine &#8222;Utopie der redaktionellen Gesellschaft&#8220; vor. Es gehe ihm darum, publizistische Verantwortung neu zu denken und also &#8222;die Verantwortungszone&#8220; auszuweiten. <\/p>\n<p><strong>Neue Allgemeinbildung<\/strong><\/p>\n<p>Damit soll eine redaktionelle Gesellschaft das l\u00e4ngst medienm\u00e4chtig gewordene Publikum \u00e4hnlich einbeziehen wie den etablierten Journalismus oder auch die Plattformbetreiber. P\u00f6rksen schl\u00e4gt folgende Definition vor: &#8222;In einer redaktionellen Gesellschaft sind die Normen und Prinzipien eines ideal gedachten Journalismus zum Bestandteil der Allgemeinbildung geworden.&#8220;. Der Ansatz von P\u00f6rksen ist ein explizit normativer, wogegen wenig einzuwenden w\u00e4re. Aber er ist insgesamt meines Erachtens zu sehr &#8222;ethisch-moralisch&#8220;, ja idealistisch orientiert und fragt zu wenig nach (auch ziemlich handfesten) Interessen, Konflikten und Krisen in Gesellschaften wie unserer, die er als &#8222;liberale Demokratien&#8220; bestimmt, womit er zum Beispiel von Kapitalismus und versch\u00e4rfter Konkurrenz nicht redet. P\u00f6rksen schreibt, solche Werte und Prinzipien f\u00fcr eine redaktionelle Gesellschaft m\u00fcssten nicht neu erfunden werden &#8211; &#8222;sie liegen in Form der handwerklichen Regeln und Maximen des journalistischen Arbeitens bereits vor.&#8220; Gebraucht werde das Ideal der redaktionellen Gesellschaft schon deswegen, weil es als &#8222;Katalysator von Diskurs und Debatte&#8220; tauge. <\/p>\n<p><strong>Runter vom Sockel<\/strong><\/p>\n<p>Und wenn auch das &#8222;Handwerkszeug&#8220; laut P\u00f6rksen bereits vorhanden ist &#8211; eines sieht er ganz \u00e4hnlich wie ich: Mit Blick auf ihre Publika m\u00fcssten sich Journalisten von ihren bisherigen elit\u00e4ren H\u00f6hen in Bewegung setzen &#8211; &#8222;sie m\u00fcssten sich von der Rolle des Predigers, des P\u00e4dagogen und des autorit\u00e4r auftretenden Wahrheitsverk\u00fcnders verabschieden&#8220;. P\u00f6rksen versucht, sein Ideal eines transparent und dialogisch orientierten Journalismus anhand von zwei Imperativen zu formulieren: Erstens gebe man seinem Publikum &#8222;jede nur denkbare M\u00f6glichkeit, die Qualit\u00e4t der von dir vermittelten Informationen einzusch\u00e4tzen!&#8220;. Und zweitens begreife man die eigene Kommunikation nie als Endpunkt, sondern immer als &#8222;Anfang und Ansto\u00df von Dialog und Diskurs&#8220;. Insgesamt sieht P\u00f6rksen seine Vorschl\u00e4ge als Versuche, ein Modell von Journalismus zu aktualisieren, das auf Bildung und nicht auf Bevormundung setze.<\/p>\n<p><strong>Filmtitel genauer betrachtet<\/strong><\/p>\n<p>2.) Der Tatort vom NDR &#8222;Alles was Sie sagen&#8220; (https:\/\/www.daserste.de\/unterhaltung\/krimi\/tatort\/videos\/alles-was-sie-sagen-video-102.htmlist, Aufruf 25.4.2018, 16.40 Uhr) ist meines Erachtens in vieler Hinsicht ein ziemlich guter Film. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot-Tatort-Alles-was-Sie-sagen.png\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot-Tatort-Alles-was-Sie-sagen.png\" alt=\"\" width=\"563\" height=\"250\" class=\"alignnone size-full wp-image-1074\" srcset=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot-Tatort-Alles-was-Sie-sagen.png 563w, http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot-Tatort-Alles-was-Sie-sagen-300x133.png 300w, http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Screenshot-Tatort-Alles-was-Sie-sagen-500x222.png 500w\" sizes=\"(max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber auch bei einem Film sollte gelten: &#8222;Alles, was Sie schreiben, sollte m\u00f6glichst richtig (geschrieben) sein!&#8220; Warum verzichteten die Filmemacher auf das Komma? &#8222;Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden&#8220;. Ein eingeschobener Attributsatz, der uns jenes &#8222;Alles&#8220; n\u00e4her erkl\u00e4rt. Ohne Einschub (und damit ohne jene zwei Kommas oder auch Kommata) w\u00fcrde es hei\u00dfen: &#8222;Alles kann gegen Sie verwendet werden&#8220;. Ob mensch der Meinung war, so etwas &#8222;versendete&#8220; sich? Oder aber es w\u00e4re zu kompliziert f\u00fcr die Zielgruppe?<br \/>\nAlles was ich wei\u00df ist dass Kommata auch Kommas genannt helfen k\u00f6nnen geschriebene Sprache besser zu erfassen ja zu verstehen wenn nicht sogar zu begreifen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) Wohin entwickeln sich Redaktionen? Oder anders gefragt: Kann &#8222;Redaktion&#8220; auf neue Weise sogar zu einem gesellschaflichen Prinzip werden? Der T\u00fcbinger Medienwissenschaftler Bernhard P\u00f6rksen hat im Februar 2018 in der &#8222;Zeit&#8220; einen Gastbeitrag ver\u00f6ffentlicht, mit der \u00dcberschrift &#8222;Alle m\u00fcssen Journalisten &hellip; <a href=\"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/?p=1056\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1056"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1056"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1056\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1075,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1056\/revisions\/1075"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blogs.hmkw.de\/HierMagKritisiertWerden\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}